Product Carbon Footprint automatisieren
18.11.2025

PCF-Automatisierung in 6 Schritten

Die Berechnung eines Product Carbon Footprints (PCF), wird für viele Unternehmen immer wichtiger. Automatisierung kann hier ein echter Gamechanger sein. Mit diesen 6 Schritten kommen Sie sinnvoll von der manuellen PCF-Erhebung hin zur Vollautomatisierung des Prozesses.

Die Berechnung der Produktemissionen, also ein Product Carbon Footprint (PCF), wird für viele Unternehmen immer wichtiger. Bei einer großen Produktvielfalt ist das schnell eine Mammutaufgabe.

Automatisierung kann hier ein echter Gamechanger sein. Um die Automatisierungspotenziale für Ihr Unternehmen heben zu können, lohnt es sich, den gesamten PCF-Prozess in kleine, nachvollziehbare Schritte aufzuteilen. Mit diesen 6 Schritten kommen Sie sinnvoll von der manuellen PCF-Erhebung hin zur Vollautomatisierung des Prozesses.

1. Grundlagen klären: Was, an wen und nach welchem Standard wird berichtet?

Bevor es an die praktische Umsetzung geht, sollten Sie einige zentrale Fragen beantworten können:

  • An wen werden die PCF-Daten berichtet – Kunden, Behörden, interne Stakeholder?
  • Wie sollen sie präsentiert werden – als Report, digitale Schnittstelle oder Auditergebnis?
  • Nach welchen Standards soll berichtet werden – GHG Protocol, ISO 14067 oder andere Normen?

Diese Fragen definieren den methodischen Rahmen: Sie bestimmen, wie tief die Berechnung gehen muss (z. B. Cradle-to-Gate oder Cradle-to-Grave) und welche Systemgrenzen gelten.

2. Die eigene Rolle in der Wertschöpfungskette verstehen

Die Position im Wertschöpfungsnetzwerk entscheidet darüber, welche Daten relevant sind:

  • Wer nur an einen einzelnen Kunden liefert, braucht meist standardisierte Weitergabedaten.
  • Wer am Ende der Lieferkette steht, muss Informationen für Endprodukte und -kunden aufbereiten.
  • Zwischenlieferanten benötigen wiederum beides: Datenaufnahme und Datenweitergabe.

Diese Einordnung hilft, die passenden Schnittstellen zu identifizieren – und später zu automatisieren.

3. Ohne Datenqualität keine Automatisierung

Automatisierung steht und fällt mit der Datenbasis. Unternehmen müssen sich fragen:

  • Woher stammen die Daten – ERP-System, Produktionsdaten, Lieferanteninformationen?
  • Wie können sie produktbezogen und nutzbar strukturiert werden?
  • Und wie lässt sich sicherstellen, dass sie vollständig, konsistent und aktuell sind?

Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, lohnt sich der Schritt zur technischen Automatisierung. Sonst vervielfachen sich Fehler, anstatt sich zu verringern.

4. Von Datenbanken zu Faktoren direkt aus der Lieferkette: Emissionen richtig bewerten

Für den Product Carbon Footprint natürlich der zentrale Schritt: Materialdaten mit Emissionen zu verknüpfen. Dafür gibt es zwei Wege:

  1. Emissionsfaktoren aus Datenbanken – einfach zugänglich, aber nur Richtwerte und Durchschnittsdaten.
  2. Faktoren basierend auf Daten aus der eigenen Lieferkette – aufwendiger, aber deutlich präziser.

Kurzfristig arbeiten viele Unternehmen mit Datenbanken. Hierfür gibt es auch schon viele zuverlässige Quellen mit Filtermöglichkeiten, um einen möglichst präzisen Faktor zu finden. Wir bei VERSO bieten Ihnen beispielsweise Zugang zu rund 50 Datenbanken mit über 200.000 Emissionsfaktoren.

Langfristig führt jedoch kein Weg an Daten aus Lieferketten vorbei, um echte Transparenz und Vergleichbarkeit zu schaffen. Sie sollten also versuchen, möglichst schnell Emissionsdaten bzw. eigene PCFs von Ihren Lieferanten einzufordern. Das können Sie auch über den VERSO Supply Chain Hub tun. Anschließen übertragen Sie die Daten direkt im VERSO Climate Hub in Ihren PCF.

5. Schritt für Schritt automatisieren – statt zu schnell schießen

Eine Automatisierung des PCF-Prozesses sollte definitiv das Ziel sein. Häufig beginnen Unternehmen aber bereits mit der Automatisierung, bevor die richtigen Grundlagen dafür geschaffen wurden. Oft werden dann einfach nur Materialdaten mit Emissionsfaktoren verknüpft – das spart vielleicht Zeit, liefert aber keine belastbaren Ergebnisse.

Der bessere Weg: zunächst eine tragfähige Methodik aufbauen, Prozesse modular gestalten und Stück für Stück automatisieren. Ein Baukastensystem hilft, um mit wenigen, aber sauber definierten Prozessen zu beginnen. So lassen sich Regeln und Berechnungslogiken später auf andere Produkte übertragen.

6. Von der Teil- zur Vollautomatisierung

Wenn Methodik und Datenqualität stimmen, kann die Automatisierung Schritt für Schritt wachsen:

  • Automatische Datentransfers zwischen internen Systemen (ERP) und PCF-Software
  • Intelligente und automatisierte Zuordnung von Emissionsfaktoren zu Materialien
  • Vollautomatisierte Berechnungsprozesse
  • Automatische Verwaltung und Aktualisierung von Emissionsfaktoren

Das Ziel: eine durchgängige, valide PCF-Berechnung – ohne manuelle Eingriffe.
So können sich Teams wieder auf das Wesentliche konzentrieren: Emissionen reduzieren, Maßnahmen umsetzen, Produkte verbessern.

Fazit: Automatisierung mit Plan

Automatisierung im PCF gelingt, wenn man zuerst Methodik und Datenqualität sichert. Klare Ziele, Rollen und Standards, strukturierte Datenquellen und schrittweise Automatisierung führen zu belastbaren Ergebnissen bei geringerem Aufwand. Ein modulares Vorgehen fördert Automatisierung, Transparenz und Vergleichbarkeit – bis zur durchgängigen PCF-Berechnung ohne manuelle Eingriffe.

Wir unterstützen Sie dabei gerne mit Software und Beratung.

Leitfaden: In 7 Schritten den PCF berechnen

In 7 Schritten die Emissionen Ihrer Produkte ermitteln: Dieser Leitfaden führt Sie verständlich durch die PCF-Berechnung.

* Bei diesen Informationen handelt es sich um redaktionell zusammengefassten Content, der nicht als Rechtsberatung zu verstehen ist. VERSO übernimmt keine Haftung.

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Corporate Carbon Footprint berechnen und reduzieren
26.06.2025

Wie berechnet man den Corporate Carbon Footprint (CCF)?

Wie hoch sind die CO₂-Emissionen Ihres Unternehmens und wie lässt sich der Corporate Carbon Footprint zuverlässig berechnen? In diesem Beitrag erfahren Sie, warum der CCF wichtig ist, welche Daten Sie benötigen und wie Sie systematisch vorgehen.

Einführung und Inhalte im Überblick

Der Corporate Carbon Footprint (CCF) beschreibt die gesamten Treibhausgasemissionen, die ein Unternehmen direkt und indirekt verursacht – von der Heizung im Büro bis zur globalen Lieferkette. Er wird entlang der Scopes 1, 2 und 3 nach dem Greenhouse Gas Protocol erfasst. Besonders Scope 3 ist entscheidend, da hier oft über 70 % der Emissionen entstehen. Die Berechnung des CCF ist Voraussetzung für wirksame Klimaziele, Reduktionsmaßnahmen und glaubwürdige Nachhaltigkeitskommunikation. Für viele Unternehmen wird sie zunehmend zur Pflicht – sei es durch Gesetzgebung, Marktanforderungen oder Kunden.

Inhalte:

Warum der Corporate Carbon Footprint jetzt wichtig ist

Der Druck auf Unternehmen, ihre Emissionen zu kennen und zu senken, wächst – nicht nur durch gesetzliche Vorgaben wie das EU-Klimagesetz, der CBAM oder die CSRD. Immer mehr Unternehmen müssen Klimadaten liefern – sei es in Ausschreibungen, in Lieferketten oder für freiwillige Nachhaltigkeitsberichte.

Gerade für den Mittelstand wird der Corporate Carbon Footprint zunehmend zum Wettbewerbsfaktor. Wer seine Klimabilanz kennt, kann gezielt Maßnahmen ableiten, Risiken reduzieren und sich im Markt nachhaltig positionieren.

Was ist der Corporate Carbon Footprint?

Der Corporate Carbon Footprint (CCF) beschreibt die gesamten Treibhausgasemissionen, die ein Unternehmen direkt und indirekt verursacht – von der Energie im Büro bis hin zur gesamten Lieferkette.

Der CCF zeigt, wie viel CO₂ und andere Treibhausgase ein Unternehmen im Rahmen seiner Geschäftstätigkeit ausstößt. Dabei werden sämtliche Emissionen beispielsweise nach dem international anerkannten GHG Protocol entlang der sogenannten Scopes 1 (Direkte Emissionen), 2 (Indirekte Emissionen durch zugekaufte Energie) und 3 (Weitere indirekte Emissionen) berücksichtigt.

Die drei Scopes zur Berechnung der Klimabilanz (CCF) nach GHG Protocol

Webinar: SBTi V2.0 – Auswirkungen des neuen Standards auf Klimastrategien

Im Webinar erfahren Sie, was hinter der Neufassung steckt, welche Übergangsfristen relevant sind und worauf Sie künftig achten sollten, um Klimaziele nach SBTi zu validieren.

Wann: 30.07.2026 um 11:00 Uhr

Was ist der Unterschied zum Product Carbon Footprint (PCF)?

Während der CCF den gesamten Fußabdruck eines Unternehmens betrachtet, bezieht sich der Product Carbon Footprint (PCF) auf ein einzelnes Produkt. Hier wird analysiert, wie viele Emissionen im gesamtem Lebenszyklus eines Produkts entstehen – von der Rohstoffgewinnung über Produktion und Transport bis hin zur Nutzung und Entsorgung. Beide Konzepte ergänzen sich – und sind zentrale Bausteine für glaubwürdigen Klimaschutz in Unternehmen.

 

Aspekt Corporate Carbon Footprint (CCF) Product Carbon Footprint (PCF)
Definition Gesamte Treibhausgasemissionen eines Unternehmens Treibhausgasemissionen eines einzelnen Produkts über den gesamten Lebenszyklus
Systemgrenze Alle Aktivitäten des Unternehmens (Betrieb, Fuhrpark, Lieferkette etc.) Der komplette Produktlebenszyklus (Rohstoffe, Produktion, Nutzung, Entsorgung)
Zielsetzung Überblick über die Emissionen des gesamten Unternehmens, Steuerung von Klimazielen und Reduktionsmaßnahmen Ermittlung der Umweltauswirkungen eines Produkts, Grundlage für ökologische Produktgestaltung und Lieferkettenanforderungen
Relevanz Grundlage für Klimastrategie, Klimabilanz, CSRD-Bericht, Klimaziele Relevant für Kundenanforderungen, Ökodesign, Produktentwicklung, Lieferantenbewertungen
Datenquellen Energiedaten, Geschäftsreisen, Fuhrpark, Einkauf, Produktionsprozesse, Zulieferer, Vertrieb Material- und Prozessdaten, Lieferantendaten, Nutzungsszenarien, Entsorgungswege
Scopes Scope 1, 2 und 3 gemäß GHG Protocol Scopes nicht anwendbar; Betrachtung entlang des Produktlebenszyklus (z. B. cradle-to-gate, cradle-to-grave)
Adressaten Geschäftsführung, Investoren, Banken, Aufsichtsbehörden, Öffentlichkeit Kunden, Einkauf, Produktentwicklung, Lieferanten, Endverbraucher

 

Schritt für Schritt zum belastbaren PCF

Sie möchten wissen, wie Sie die Emissionen Ihrer Produkte fundiert berechnen können – und was es dafür wirklich braucht? All das erfahren Sie im Praxisleitfaden PCF.

Warum ist der Scope 3 so wichtig?

Viele Unternehmen beginnen mit Scope 1 und 2 – und das ist auch oft sinnvoll. Denn hier sind die Daten meist leichter verfügbar: Energieverbräuche, Fahrzeugflotten oder Heizsysteme lassen sich intern gut erfassen.

Scope 3 ist dagegen komplexer – und gleichzeitig entscheidend. Warum? Weil hier alles erfasst wird, was außerhalb des direkten Unternehmensbereichs passiert. Und das ist in der Regel die große Masse der Emissionen: Scope-3-Emissionen machen bei vielen Unternehmen mehr als 70 % des gesamten CO₂-Fußabdrucks aus – in einigen Branchen sogar bis zu 95 %.

Trotz der Herausforderungen ist es entscheidend, alle drei Scopes zu bilanzieren, um ein realistisches Bild zu erhalten. Wer Scope 3 ignoriert, unterschätzt oft gravierend den eigenen Klimaeinfluss – und verpasst zugleich Chancen.

Denn: Gerade in Scope 3 können sich überraschend einfache Hebel zur Reduktion verbergen – z. B. durch neue Lieferantenauswahl, geänderte Logistikketten oder bessere Produktgestaltung. Diese Potenziale lassen sich nur erkennen, wenn Scope 3 systematisch mitbetrachtet wird.

Unser Tipp: Auch wenn Sie noch nicht alle Daten genau parat haben, so liefern Ihnen auch Näherungen wertvolle Erkenntnisse – und sind besser als Nichtstun.

Für welche Unternehmen ist Scope 3 besonders relevant?

Scope 3 betrifft grundsätzlich alle Unternehmen – auch den Mittelstand. Warum?

Viele mittelständische Betriebe haben:

  • komplexe oder globale Lieferketten,
  • Zulieferprodukte, die sie nicht selbst herstellen,
  • Transport- und Logistikstrukturen, auf die sie nur begrenzt direkten Einfluss haben.

All diese Emissionen fallen in Scope 3. Für diese Unternehmen heißt das: Selbst wenn der eigene Betrieb energieeffizient ist, liegt der Großteil der Emissionen möglicherweise in vor- oder nachgelagerten Prozessen – also dort, wo es besonders wichtig wird, Einblick und Einfluss zu gewinnen.

Wie berechnet man den Corporate Carbon Footprint?

Die Berechnung des Corporate Carbon Footprints (CCF) erfolgt in mehreren klar strukturierten Schritten. Ziel ist es, eine belastbare und plausible CO₂-Bilanz des Unternehmens zu erstellen, die als Grundlage für Managemententscheidungen, Reduktionsmaßnahmen und externe Berichterstattung dient.

1. Scope Screening: Definition der Systemgrenzen

  • Festlegung der systematischen, organisatorischen und systemischen Grenzen gemäß des GHG Protocol.
  • Entscheidung, welche Emissionskategorien (Scopes 1, 2, 3) und Unterkategorien einbezogen werden.
  • Bestimmung des Konsolidierungskreises: Welche Standorte, Gesellschaften und Unternehmensgrößen werden betrachtet?

2. Verantwortlichkeiten und Projektorganisation

  • Festlegen, wer intern für die Datensammlung und -aufbereitung verantwortlich ist.
  • Abstimmung der Vorgehensweise, der Zuständigkeiten und des Zeitplans.
  • Gemeinsames Kickoff-Meeting mit allen relevanten Fachbereichen.

3. Datenerhebung in den Fachabteilungen

  • Sammlung relevanter Aktivitätsdaten aus den beteiligten Abteilungen.
  • Schließen von Datenlücken durch Hochrechnungen und fundierte Annahmen.
  • Prüfung, ob bereits belastbare Emissionsfaktoren vorliegen bzw. ergänzt werden müssen.
  • Erhebung spezifischer Daten z. B. zum Pendelverhalten der Mitarbeitenden sowie gezielte Anfragen an Lieferanten zur Erfassung vorgelagerter Emissionen.

4. Plausibilisierung der Daten

  • Überprüfung und Validierung der erhobenen Daten, idealerweise unter Einbindung externer Expert:innen zur Qualitätssicherung.

5. Auswertung und Interpretation der Ergebnisse

  • Gemeinsame Analyse der Ergebnisse mit dem Unternehmen.
  • Identifikation von Emissions-Hotspots und Priorisierungsfeldern.
  • Diskussion, ob weitere Daten vertieft erhoben werden müssen (z. B. ergänzende Lieferantenanfragen).
  • Ableitung von nächsten Schritten für Reduktionsstrategien, Maßnahmenplanung oder auch Optimierungen in der Datenbasis.

Was passiert nach der CO2-Bilanz?

Die CO₂-Bilanz ist ein zentraler Bestandteil jeder Dekarbonisierungsstrategie – aber eben nur der Anfang. Mit der Berechnung allein ist es nicht getan. Erst darauf aufbauend lassen sich die nächsten Schritte gezielt angehen:

  • Messbare Klimaziele und -maßnahmen definieren
  • Treibhausgasemissionen (THG) wirksam reduzieren
  • Unvermeidbare Emissionen verantwortungsvoll ausgleichen
  • Erfolge und Potenziale transparent kommunizieren

Wir unterstützen Sie – mit Software und Expertise

Ob Corporate oder Product Carbon Footprint oder die Entwicklung einer Dekarbonisierungsstrategie: Wir begleiten Sie genau dort, wo Sie Unterstützung brauchen.

Mit unserer Climate Software können sowohl Klimaprofis als auch Einsteiger:innen arbeiten. Die Daten lassen sich so aufbereiten, wie Sie sie benötigen – sei es für Ihre Berichterstattung, für die interne Steuerung oder für externe Anforderungen in der Kommunikation oder Compliance.

Und wenn Sie zusätzliches Sparring oder punktuelle Begleitung wünschen, sind unsere Climate Expert:innen gerne für Sie da. Denn klar ist: Nur wer die eigenen Emissionen wirklich versteht, kann wirksam handeln.

Fragen und Antworten zum Corporate Carbon Footprint (CCF)

Alles Wichtige rund um Berechnung, Abgrenzung und Reporting Ihrer Unternehmensemissionen.

Was ist der Unterschied zwischen Corporate und Product Carbon Footprint?

Der Corporate Carbon Footprint (CCF) zeigt, wie viel CO₂ ein Unternehmen insgesamt verursacht – also von der Heizung im Büro bis zur Lieferkette. Der Product Carbon Footprint (PCF) schaut sich ein einzelnes Produkt an: vom Rohstoff bis zur Entsorgung. Grob gesagt: CCF = Unternehmensblick, PCF = Produktblick.

Wie oft sollte der CO₂-Fußabdruck berechnet werden?

Mindestens einmal im Jahr – am besten im Rahmen des Nachhaltigkeitsberichts. So lassen sich Fortschritte erkennen und Maßnahmen besser steuern. Wer ambitioniert ist, kann auch quartalsweise nachsteuern.

Ist der Corporate Carbon Footprint Pflicht?

Nicht grundsätzlich – aber für viele Unternehmen wird er durch Berichtspflichten wie die CSRD, den CBAM, bestimmte Branchenverpflichtungen oder durch Kundenanforderungen de facto zur Pflicht. Und wer ihn nicht kennt, hat es schwer, glaubwürdig über Klimaziele zu sprechen.

Für welche Unternehmen ist der CCF relevant?

Für alle, die Verantwortung übernehmen und zukunftsfähig wirtschaften wollen. Besonders relevant wird es, wenn Investor:innen, Kund:innen oder Regulierungen Transparenz fordern – und das kommt immer häufiger vor.

Wie genau sind die Ergebnisse?

Grundsätzlich kann die Berechnung nur so genau sein, wie die Daten, denen sie zugrunde liegt. Bei Scope 1 und 2 ist die Datenlage meist solide, bei Scope 3 wird es komplexer. Wichtig ist: Auch Näherungen liefern wertvolle Erkenntnisse – und sind besser als Nichtstun.

Reicht auch eine Berechnung von Scope 1 und 2?

Für den Anfang: ja. Für ein vollständiges Bild: nein. In vielen Unternehmen steckt der Großteil der Emissionen in Scope 3 – zum Beispiel in der Lieferkette. Wer da nicht hinschaut, verpasst wichtige Hebel.

Was ist das Greenhouse Gas Protocol?

Das GHG Protocol ist der weltweite Standard für die CO₂-Bilanzierung von Unternehmen. Es definiert, was zu Scope 1, 2 und 3 gehört – und sorgt dafür, dass Bilanzen vergleichbar und nachvollziehbar sind.

* Bei diesen Informationen handelt es sich um redaktionell zusammengefassten Content, der nicht als Rechtsberatung zu verstehen ist. VERSO übernimmt keine Haftung. 

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Nachhaltig wirtschaftendes mittelständisches Unternehmen
23.04.2025

Nachhaltig wirtschaften: Der Business Case für den Mittelstand

Stakeholder, ESG-Pflichten oder einfach Überzeugung – aus vielen Gründen steht das Thema Nachhaltigkeit bei Unternehmen auf der Agenda. Egal, ob Pflicht oder freiwillig: Nachhaltigkeit darf nicht nur versprochen, sondern muss umgesetzt werden. Dieser Artikel zeigt, warum nachhaltiges Wirtschaften für alle Unternehmen – vom Mittelstand bis zum Konzern – wichtig ist.

Warum ist nachhaltiges Wirtschaften für den Mittelstand wichtig?

Nachhaltigkeit schafft Transparenz in der Lieferkette

Nachhaltiges Wirtschaften wird für den Mittelstand zur Voraussetzung, um langfristig lieferfähig und wettbewerbsfähig zu bleiben – denn große Unternehmen erwarten heute volle Transparenz entlang der gesamten Lieferkette.

Viele Mittelständer liefern Produkte oder Materialien an größere Unternehmen, die unter gesetzliche Vorgaben wie LkSG, CSRD, EUDR etc. fallen. Diese sind oftmals auch an branchenspezifische Leitlinien gebunden, die Nachhaltigkeitsinformationen aus der Lieferkette einfordern.

Die großen Unternehmen müssen dabei nicht nur ihre eigenen, sondern auch ESG-Informationen ihrer Lieferanten transparent machen. Und damit sind auch Sie als Zulieferer von den Anforderungen der Regularien betroffen und werden nach umfangreichen Nachhaltigkeitsinformationen gefragt:

  • Sie müssen sich umfangreichen Sorgfaltsprüfungen, wie z.B. der EcoVadis-Nachhaltigkeitsbewertung unterziehen, die potenzielle Risiken für Mensch und Umwelt in der Lieferkette identifizieren.
  • Nachweise müssen nicht nur Lieferanten erbringen, sondern oftmals auch Sub-Lieferanten.

Nachhaltigkeit als Faktor für Finanzierungen

Nachhaltiges Wirtschaften verbessert nicht nur das ESG-Rating, sondern schafft auch Zugang zu besseren Finanzierungskonditionen – ob bei Krediten, Investitionen oder Versicherungen.

Mittelständische Unternehmen, die Kapital von Investor:innen oder einen Kredit von der Bank erhalten wollen, sollten auf ESG-Anfragen vorbereitet sein. In der Praxis beeinflusst das ESG-Rating direkt die Kreditkonditionen – je besser das Rating, desto günstiger der Kredit.

Auch Investor:innen beziehen ESG-Kriterien zunehmend in Ratings und M&A-Entscheidungen ein. Spätestens bei Transaktionen oder Investitionsentscheidungen werden von Ihnen belastbare Nachhaltigkeitskennzahlen erwartet.

Darüber hinaus benötigen auch (Rück-)Versicherer ESG-Informationen von ihren Kunden. Nachhaltigkeitsrisiken fließen zunehmend in die Risikobewertung bei Vertragsabschlüssen ein, was sich direkt auf Versicherungsprämien und -leistungen auswirken kann.

Nachhaltigkeitserwartungen von Kunden und Geschäftspartnern

Wer heute mitreden, mitarbeiten oder mitbieten will, braucht eine klare Nachhaltigkeitsposition – denn ESG-Kriterien entscheiden immer häufiger über Partnerschaften und Auftragsvergaben.

Bei Partnerschaften, Kooperationen und Ausschreibungen werden immer öfter Zertifizierungen und ESG-Informationen verlangt, die die Nachhaltigkeitsambitionen eines Unternehmens zeigen. Wenn Sie in Verhandlungen gehen, müssen Sie gut vorbereitet sein:

  • Keine Open Doors ohne ESG-Zertifizierungen: Voraussetzung für ein ernsthaftes Gespräch sind – neben beispielsweise bekannten Standards zur Informationssicherheit – zunehmend auch Zertifizierungen aus dem ESG-Bereich. Durchlaufen Sie die Assessments frühzeitig – sie sind oft langwierig und nicht „mal schnell nachgereicht”.
  • Nachhaltigkeits- und ESG-Kriterien im Ausschreibungsprozess: Gibt es eine Ausschreibung, dann könnte Ihr Unternehmen durch eine fehlende oder nicht stichhaltige Nachhaltigkeitsstrategie aus der Auswahl fallen. Diese belegen Sie unter anderem mit anerkannten ESG-Zertifikaten. Mit Nachhaltigkeits- und ESG-Kriterien in Ausschreibungsprozessen wollen Unternehmen von Beginn an sicherstellen, dass in der Lieferkette ökologische und soziale Standards eingehalten werden.
  • Auch bei anderen Qualitätsstandards, wie Fairtrade, Bio-Zertifizierungen, Arbeitgeberrankings oder ISO-Normen, spielt Nachhaltigkeit eine große Rolle: Hier wird ebenfalls nach Nachhaltigkeit gefragt.

Schutz vor Greenwashing-Vorwürfen

Sich einfach mal als „grün” zu bezeichnen – das ist Schnee von gestern. Mit der Green Claims Directive und der EmpCo-Richtline schreibt die EU konkret vor, was Greenwashing ist und was nicht.

  • Bald müssen Unternehmen die Richtigkeit ihrer Umweltaussagen wissenschaftlich überprüft nachweisen. Wird das nicht gemacht, drohen ihnen nicht wie bisher nur Imageschäden, sondern auch tatsächliche rechtliche und finanzielle Konsequenzen.

Sie betreiben bestimmt nicht absichtlich Greenwashing – aber unbewusst passiert das schnell mal: Denn viele Greenwashing-Vorwürfe haben ihren Ursprung in Marketingaktivitäten, die das Unternehmen in einem allzu guten Licht darstellen. Das passiert vor allem dann, wenn im Unternehmen die Nachhaltigkeitsdaten nicht transparent sind.

Mit einer Klima- und Nachhaltigkeitsstrategie gelingt eine transparente Nachhaltigkeitskommunikation: Durch die zahlenbasierte Strategie, das KPI-Tracking und die CO2-Bilanz können Sie nachvollziehbar Zahlen, Fakten und Ziele kommunizieren.

Verbessertes Risikomanagement und Resilienz

Eine gute Nachhaltigkeitsstrategie hilft Ihnen, ökologische und soziale Risiken frühzeitig zu erkennen – nicht nur im eigenen Unternehmen, sondern entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Die Grundlage dafür ist die Doppelte Wesentlichkeitsanalyse, die Ihr bestehendes Risikomanagement um eine ganzheitliche ESG-Perspektive ergänzt – inklusive Chancenbetrachtung.

So lassen sich Risiken gezielt bewerten, Maßnahmen zur Vermeidung oder Reduzierung ableiten und deren Wirkung im ESG-Management systematisch kontrollieren. Das macht Ihr Unternehmen widerstandsfähiger gegenüber Klimafolgen, geopolitischen Veränderungen oder Ressourcenengpässen – und kann gleichzeitig Kosten sparen und zukünftige Verluste verhindern.

Effiziente Ressourcennutzung und optimierte Prozesse

Ein durchdachtes Nachhaltigkeitsmanagement hilft Ihnen, Ressourcen effizienter einzusetzen. Es treibt Prozessoptimierungen und Innovationen voran – zum Beispiel durch energiesparende Maschinen oder die Wiederverwertung von Produktionsabfällen. Das spart Rohstoffe, senkt Kosten und schont die Umwelt.

Mit gutem ESG-Management reduzieren Sie nicht nur Abfall und Energieverbrauch, sondern gewinnen auch Zeit: Sie konzentrieren sich auf die wirklich wichtigen Themen – und können diese gezielt voranbringen. Ein klarer Pluspunkt für die Zukunftsfähigkeit Ihres Unternehmens.

Ganzheitliche Unternehmensstrategie und Zukunftsfähigkeit

Einzelne Maßnahmen bringen wenig, wenn der strategische Zusammenhang fehlt. Eine Nachhaltigkeitsstrategie schafft den nötigen Gesamtblick: Alle Maßnahmen sind Teil eines übergeordneten Plans – statt isolierter Einzelinitiativen.

Die Grundlage dafür ist die Doppelte Wesentlichkeitsanalyse, mit der Sie die wichtigsten Themen identifizieren. Daraus entsteht eine langfristige, systematische Strategie – idealerweise als integrierter Teil Ihrer Unternehmensstrategie. So wird Nachhaltigkeit zur Chefsache und gezielt gesteuert, gemessen und kommuniziert – etwa mit einer passenden Softwarelösung wie dem VERSO ESG Hub.

Wie verankern Sie Nachhaltigkeit im Unternehmen?

Damit nachhaltiges Wirtschaften mehr ist als nur ein gutes Vorhaben, muss es tief im Unternehmen verankert werden. Das gelingt mit den folgenden Bausteinen, die zeigen, wie Unternehmen aus dem Mittelstand strukturiert und wirkungsvoll ins Handeln kommen.

1. Status quo und wesentliche Themen

Bevor Sie eine Nachhaltigkeitsstrategie entwickeln, braucht es eine fundierte Status-quo-Analyse als Grundlage – sie schafft Transparenz über Daten, Prozesse und Herausforderungen im Unternehmen. Darauf aufbauend zeigt die Wesentlichkeitsanalyse, welche ESG-Themen wirklich wesentlich sind und wo die größten Auswirkungen, Risiken und Chancen liegen.

2. SMARTe Ziele und geeignete Maßnahmen festlegen

Ziele bilden das Herzstück jeder Nachhaltigkeitsstrategie und sollten wissenschaftlich fundiert, SMART formuliert und eng mit der Unternehmensstrategie verknüpft sein, um Zielkonflikte zu vermeiden. Entscheidend für die Umsetzung ist die Entwicklung passender Maßnahmen – idealerweise gemeinsam mit Mitarbeitenden und relevanten Stakeholdern, die praxisnahe Lösungen beitragen können.

3. Unternehmensweit ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit schaffen

Nachhaltigkeit ist ein unternehmensweites Teamprojekt – und genau deshalb braucht es ein gemeinsames Bewusstsein und eine klare Ausrichtung. Schon bei der Entwicklung Ihrer Nachhaltigkeitsstrategie sollten Sie Vision, Mission und Werte definieren, um Orientierung zu geben, Mitarbeitende zu motivieren und das Thema wirksam in der Gesamtstrategie zu verankern. Wer transparent über Ambitionen spricht und interne Kommunikation gezielt nutzt, legt den Grundstein für gelebte Nachhaltigkeit im gesamten Unternehmen.

4. Es geht in die Umsetzung: Kontrolle ist das A und O

Nach der Strategie beginnt die eigentliche Arbeit: Die Umsetzung von ESG-Maßnahmen ist ein langfristiger Prozess, der kontinuierliche Anpassung und Ausdauer erfordert. Um den Überblick zu behalten und flexibel auf neue Entwicklungen reagieren zu können, braucht es ein strukturiertes ESG-Management, regelmäßiges Monitoring sowie transparente Kommunikation – intern wie extern. Nur so bleiben Fortschritte sichtbar, Stakeholder eingebunden und die Motivation im Unternehmen erhalten.

Starten Sie mit VERSO

Jetzt geht es darum, vom Planen ins Handeln zu kommen. Wir unterstützen Sie dabei – mit passenden Softwarelösungen und Services entlang Ihrer gesamten Nachhaltigkeitsreise: vom ersten Bericht über die Zieldefinition bis hin zum Tracking konkreter Maßnahmen. Schritt für Schritt schaffen Sie so die Grundlage für nachhaltiges Wirtschaften in Ihrem Unternehmen.

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Der Aufbau der ESRS: SO berichten Sie CSRD-konform.
28.11.2024

Der Aufbau eines ESRS-Berichts: So berichten Sie CSRD-konform

Zehntausende Unternehmen müssen erstmals einen CSRD-konformen Nachhaltigkeitsbericht veröffentlichen. Viele sitzen jetzt vor den über 1.000 Datenpunkten und fragen sich: Wie soll daraus ein Nachhaltigkeitsbericht entstehen? Wie ist der Aufbau eines ESRS-Berichts? Dieser Beitrag hilft Ihnen dabei und gibt Ihnen zusätzlich eine Checkliste zur Identifikation wesentlicher Datenpunkte an die Hand.

ESRS-Bericht erstellen – was ist zu tun?

Einen CSRD-konformen Nachhaltigkeitsbericht zu erstellen, ist für fast alle Unternehmen neu. Bisher haben nur wenige diesen Prozess hinter sich gebracht. Sie sind somit nicht alleine. Um zunächst den Aufbau eines ESRS-Berichts zu verstehen, ist es daher sinnvoll, sich mit den einzelnen ESRS-Standards vertraut zu machen. Im nächsten Schritt sollten Sie sich auf die für das Unternehmen wesentlichen Angabepflichten und Datenpunkte fokussieren. Hierfür haben wir eine praktische Checkliste für Sie.

ESRS-Checkliste: Wesentliche Datenpunkte effizient festlegen

Die Wesentlichkeitsanalyse ist abgeschlossen. Welche Angabepflichten und Datenpunkte nun relevant sind, hängt von Ihrer individuellen Wesentlichkeitsentscheidung ab. Unser Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie den Anforderungen der European Sustainability Reporting Standards gerecht werden, ohne unnötige Komplexität.

Was wird mit CSRD und ESRS gefordert?

Von der CSRD betroffen zu sein heißt, das Unternehmen ist zur Veröffentlichung eines Nachhaltigkeitsberichts als Teil des Lageberichts verpflichtet. Dieser Nachhaltigkeitsbericht soll keine Marketingsbroschüre sein, sondern ein ausführlicher Bericht, der die Themen Umwelt, Soziales und Governance (ESG) umfasst. Wichtig dabei: Unternehmen haben nicht die freie Wahl beim Framework für den Bericht – die ESRS sind die Standards, an denen sie sich orientieren müssen. Außerdem: Der Bericht wird – genauso wie der Lagebericht – von externen Abschlussprüfer:innen geprüft. Umso wichtiger ist es daher, dass Sie das Framework, die ESRS, verstanden haben, den Aufbau des Berichts genau kennen und zu den richtigen, wesentlichen Datenpunkten berichten.

Wie muss ich bei der doppelten Wesentlichkeitsanalyse vorgehen?

Stichwort wesentliche Datenpunkte: Die doppelte Wesentlichkeitsanalyse ist der Kern des ESRS-Berichts.

Sie zeigt, welche Themen in Ihrem Bericht vorkommen müssen. Anders gesagt: zu welchen der über 1.000 Datenpunkte Ihr Unternehmen Angaben machen muss. Mit der Analyse ermitteln Sie, wie sich Nachhaltigkeitsaspekte auf das Unternehmen (Financial Materiality bzw. Outside-In-Perspektive) und wie sich ihre Tätigkeiten auf Umwelt und Gesellschaft auswirken (Impact Materiality bzw. Inside- Out-Perspektive).

Doppelte Wesentlichkeitsanalyse mit KI

Nachhaltigkeit ist komplex in der Umsetzung – das Reporting sollte es nicht auch noch sein. Unsere KI-gestützte Softwarelösung zur doppelten Wesentlichkeitsanalyse erleichtert und beschleunigt den aufwändigen Prozess erheblich. In dem Modul, das direkt in den VERSO ESG Hub integriert ist, ermitteln Sie die wesentlichen Themen, verwalten die Ergebnisse und legen damit die Grundlage für einen CSRD-konformen Nachhaltigkeitsbericht.

Aufbau eines ESRS-Berichts: Wie gliedert sich der CSRD-Bericht?

Die ESRS geben einen grundsätzlichen Aufbau für die Nachhaltigkeitserklärung vor. Demnach gliedert sich der Bericht in die folgenden vier Kapitel:

  1. Allgemeine Angaben
  2. Umweltangaben
  3. Soziale Angaben
  4. Governance-Angaben

Die Allgemeinen Angaben aus den übergreifenden Standards ESRS 1 und ESRS 2 sind für alle Unternehmen unabhängig von ihrem Tätigkeitsbereich (d. h. sektorunabhängig) verpflichtend. Die übrigen drei Teile basieren auf den sogenannten Themenstandards der ESRS. Sie müssen nicht zu all diesen Standards berichten – das ist vom Ergebnis Ihrer doppelten Wesentlichkeitsanalyse abhängig.

Der Aufbau des ESRS-Berichts nach einzelnen Standards

Steigen wir also in den Aufbau des ESRS-Berichts ein. Dafür blicken wir etwas tiefer in die einzelnen Standards.

Die allgemeinen Standards ESRS 1 und ESRS2

Zunächst geht es um die beiden allgemeinen Standards ESRS 1 und ESRS 2, die die Grundlage für den restlichen Bericht bilden. Auf den ersten Blick wirkt der Aufwand gering, aber:

  • Bei ESRS 1 gibt es keine Angabepflichten und somit nicht direkt etwas „zu tun” für Unternehmen. Allerdings geht es hier um die Rahmenbedingungen für Ihren Nachhaltigkeitsbericht: Wie soll er aussehen? Was muss enthalten sein? Wie ist der Bericht aufgebaut? Zu all diesen Fragen und vielen weiteren finden Sie in den ESRS 1 die Antworten. Daher ist es sehr wichtig, dass das Nachhaltigkeitsteam diesen Teil genau durcharbeitet und versteht. Dann fällt der Rest des Berichts leichter.
  • ESRS 2 ist sozusagen der omnipräsente Standard. Dort müssen die wesentlichen Themen angegeben werden, er bildet den Grundstein für die Arbeit an den Themenstandards. Und: Jeder Themenstandard enthält wiederum Angabepflichten aus ESRS 2 – man landet also immer wieder hier.

Als nächstes stehen die Themenstandards aus Umwelt, Sozialem und Governance an. Während Sie sich durch die einzelnen Standards und Angabepflichten wühlen, sollten Sie auf die Unterteilung der Datenpunkte achten: Sie werden in narrativ, quantitativ und monetär eingeordnet. Das gibt Ihnen einen schnellen Überblick, was gefordert ist – Zahlen oder Text.

Für eine strukturierte Arbeit sollten Sie sich frühzeitig mit den ESRS vertraut machen. Grundsätzlich folgen alle Standards einem sehr ähnlichen Schema. Der Aufbau lässt sich in vier Säulen gliedern (siehe Grafik).

Grafik zum Aufbau der ESRS-Themenstandards mit den vier Säulen allgemeine Angaben, Strategie, Management von Auswirkungen, Risiken und Chancen sowie Kennzahlen und Ziele.

Soweit der grundsätzliche Aufbau des ESRS-Berichts. Je nach Themenstandard (E1, E2, E3, E4, E5, S1, S2, S3, S4 und G1) werden aber noch weitere Angabepflichten ergänzt.

Umweltangaben

Bei den fünf Standards aus dem Umweltbereich sind zusätzliche Angaben zu den finanziellen Folgen zu machen, die durch ökologische Auswirkungen, Risiken und Chancen erwartet werden.

In E1 (Klimawandel) werden zudem Angaben dazu gefordert, wie die Erreichung von Nachhaltigkeitszielen in die Vergütung der Mitglieder in den Verwaltungs-, Leitungs- und Aufsichtsorganen einfließt und wie der Übergangsplan für den Klimaschutz des Unternehmens (siehe Bild) aussieht.

Der Standard E4 (Biodiversität und Ökosystem) verlangt ebenfalls einen Übergangsplan. Zusätzlich wird die Berücksichtigung von biologischer Vielfalt und Ökosystemen in der Strategie und dem Geschäftsmodell gefordert. Und bei den Zielen und Parametern sollen auch Auswirkungsparameter im Zusammenhang mit biologischer Vielfalt und  Ökosystemveränderungen einfließen.

Soziale Angaben

Bei den Sozialstandards sticht vor allem der Standard S1 heraus. Er ist sehr umfangreich und bezieht sich auf die „Arbeitskräfte des Unternehmens”. Vereinfacht gesagt müssen Sie Angaben zu Arbeitsumfeld und -sicherheit sowie zur Einbindung Ihrer Mitarbeitenden machen. Die drei weiteren Standards weiten den Blick nach außen – auf die „Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette”, auf von ihrer Tätigkeit „betroffene Gemeinschaften” sowie auf „Verbraucher und Endnutzer”.

Governance-Angaben

Im Bereich Governance gibt es lediglich einen Themenstandard (G1 Geschäftsverhalten). Die Strategie-Säule wird hier durch eine Governance-Säule ersetzt, in der die Rollen der Verwaltungs-, Leitungs- und Aufsichtsorgane beschrieben werden sollten. Im Bereich Management von Auswirkungen, Chancen und Risiken sind zusätzliche Angaben zum Lieferantenmanagement und zur Verhinderung und Aufdeckung von Korruption und Bestechung erforderlich.

Muss ich zu allen Datenpunkten eines wesentlichen Themas berichten?

In den ESRS stecken über 1.000 Parameter, Angabepflichten und Datenpunkte, die für die Erstellung eines CSRD-konformen Nachhaltigkeitsberichts relevant sein können.

Aber keine Sorge: Nur weil Sie ein Thema als wesentlich identifiziert haben, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass Sie auch zu allen dazugehörigen Datenpunkten berichten müssen. Natürlich sind manche Angabepflichten allein schon aufgrund der Wesentlichkeit des Themas wesentlich: Wurde z. B. das Thema „E3 Wasser- und Meeresressourcen” als wesentlich bewertet, ergeben sich automatisch wesentliche Angabepflichten wie „Wasserverbrauch”. Sind aber andere Angabepflichten für ein Unternehmen nicht wesentlich, können diese auch bei einem Thema, das ansonsten wesentlich und damit berichtspflichtig ist, entfallen.

 

Fazit: Aufbau eines ESRS-Berichts verstehen und gezielt umsetzen

Der Aufbau eines ESRS-Berichts wirkt auf den ersten Blick komplex: verschiedene Standards, zahlreiche Angabepflichten und unzählige Datenpunkte. Entscheidend ist jedoch: Sie müssen nicht alles berichten, sondern die für Ihr Unternehmen wesentlichen Themen sauber identifizieren, richtig einordnen und nachvollziehbar dokumentieren.

Wer den Aufbau ESRS-Bericht frühzeitig versteht, schafft eine klare Grundlage für die CSRD-konforme Berichterstattung. Die Struktur der ESRS hilft dabei, den Nachhaltigkeitsbericht systematisch aufzubauen: von den allgemeinen Angaben über Umwelt-, Sozial- und Governance-Themen bis hin zu konkreten Kennzahlen und Zielen.

Für Unternehmen bedeutet das: Nehmen Sie sich ausreichend Zeit für die doppelte Wesentlichkeitsanalyse, prüfen Sie die relevanten Themenstandards genau und leiten Sie daraus die passenden Angabepflichten und Datenpunkte ab. So vermeiden Sie unnötige Komplexität und erstellen einen Bericht, der nicht nur die regulatorischen Anforderungen erfüllt, sondern auch intern für mehr Klarheit sorgt.

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Doppelte Wesentlichkeitsanalyse
27.11.2024

Doppelte Wesentlich­keits­analyse nach CSRD: Definition, Beispiel und 7 Schritte

Die doppelte Wesentlichkeitsanalyse ist ein zentraler Schritt für die Nachhaltigkeitsberichterstattung nach CSRD und ESRS. Unternehmen bewerten dabei Nachhaltigkeitsthemen aus zwei Perspektiven: Welche Auswirkungen hat das Unternehmen auf Umwelt und Gesellschaft? Und welche finanziellen Chancen und Risiken entstehen durch Nachhaltigkeitsthemen für das Unternehmen? Das Ergebnis der doppelten Wesentlichkeitsanalyse zeigt, welche Themen für den CSRD-Bericht wesentlich sind. In diesem Artikel erfahren Sie mehr zur Methode und werden Schritt für Schritt durch den Ablauf geführt.

Was ist das Ziel der doppelten Wesentlichkeitsanalyse?

Die Europäische Union möchte mit der Einführung der Berichtspflicht CSRD den Umfang der Nachhaltigkeitsangaben erhöhen. Die CSR-Berichte werden dadurch aussagekräftiger und vergleichbarer.

Außerdem wird der Impact des Nachhaltigkeitsberichts gesteigert, weil die doppelte Materialität zu einem Wandel von einer Shareholder- zu einer Stakeholder-Perspektive beiträgt.

Der CSR-Bericht richtet sich an Investor:innen, aber auch an Mitarbeiter:innen, Kund:innen und die Gesellschaft.

Definition: Was bedeutet doppelte Wesentlichkeitsanalyse?

Doppelte Wesentlichkeit bedeutet:

Es muss angegeben werden, wie einerseits Nachhaltigkeitsaspekte das Unternehmen beeinflussen (Outside-in-Perspektive)
UND
wie sich andererseits das Unternehmen auf die Gesellschaft und die Umwelt auswirkt (Inside-out-Perspektive). 

Die doppelte Wesentlichkeit wird das vor allem in Deutschland zugrunde gelegte Wesentlichkeitsprinzip ändern und dazu führen, dass deutlich mehr Angaben berichtsrelevant und die CSR-Berichte dadurch aussagekräftiger werden.

Künftig müssen Unternehmen also beide Perspektiven – unabhängig voneinander – im Nachhaltigkeitsbericht angeben. Bisher mussten beide Aspekte gleichzeitig erfüllt sein.

Bei der Outside-in-Perspektive („finanzielle Wesentlichkeit”) müssen Angaben gemacht werden, die für das Verständnis des Geschäftsverlaufs, des Geschäftsergebnisses oder der Lage der Gesellschaft notwendig sind. Häufig wird, gerade in der Finanzwelt, heute nur diese Perspektive betrachtet und von „ESG” oder „ESG-related Risks” gesprochen – also lediglich die Risikoperspektive aus Nachhaltigkeitsaspekten betrachtet.

Bei der Inside-out-Perspektive („ökologische und gesellschaftliche Wesentlichkeit“) müssen Angaben gemacht werden, die für ein Verständnis der Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf die Nachhaltigkeitsaspekte notwendig sind. Kurz gesagt muss dargelegt werden: Welchen Impact hat mein Unternehmen auf den Planeten und die Gesellschaft?

Infografik: Erklärung doppelte Wesentlichkeit der CSRD Outside-In Materialität (finanziell): Interessengruppe sind primäre Investoren. Inside-Out Materialität (gesellschaftlich & ökologisch): Interessengruppen sind Gesellschaft, Mitarbeitenden, Investoren, Umwelt und Sozialverbände, ... alle auf diesem Planeten.

Inside-out und Outside-in: Die zwei Perspektiven der doppelten Wesentlichkeit

Die Inside-out-Perspektive betrachtet, wie sich das Unternehmen auf Umwelt und Gesellschaft auswirkt. Die Outside-in-Perspektive betrachtet, wie Nachhaltigkeitsthemen auf das Unternehmen wirken, zum Beispiel durch Kosten, Risiken, Marktveränderungen oder regulatorische Anforderungen.

Schauen wir uns beides genauer an:

Was ist die Outside-in-Perspektive in der doppelten Wesentlichkeit?

Viele Unternehmen haben sich bisher auf die Outside-in-Perspektive konzentriert, da sie eine Art Risikomanagement darstellt. Auch in Zukunft wird dieses Feld abgedeckt. Die Informationen richten sich vor allem an Investor:innen.

Aus der Outside-in-Perspektive müssen Unternehmen folgende Informationen offenlegen:

  • Wie beeinflussen externe Entwicklungen unter anderem das Geschäftsmodell, die Strategie und den Umsatz? Mit externen Entwicklungen sind hier beispielsweise unerwartete Wetterereignisse, aber auch eine strengere Regulatorik
  • Auch branchenspezifische Themen spielen eine Rolle: Gibt es Nachhaltigkeitsaspekte, die bereits von Mitbewerbern, Kunden oder Lieferanten identifiziert wurden?
  • Was sind die Hauptrisiken für das Unternehmen, ein Produkt oder eine Dienstleistung? Und wie werden sie gesteuert beziehungsweise gemindert?

 

Was ist die Inside-out-Perspektive?

Durch die Inside-out-Perspektive wird der Blick deutlich geweitet. Ansprechpartner sind nicht nur Investor:innen, sondern auch Mitarbeiter:innen, Verbraucher:innen sowie Umwelt- und Sozialverbände.

Aus der Inside-out-Perspektive müssen Unternehmen offenlegen, wie sich ihre Tätigkeit auf die Gesellschaft und die Umwelt auswirkt. Hier soll auch der Einfluss der Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsbeziehungen (einschließlich der Lieferkette) genannt werden. Gefordert werden Angaben unter anderem zu:

Umweltbelange:

  • Klimaauswirkungen
  • Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung
  • Umweltauswirkungen der Energienutzung
  • Biodiversität

Soziales:

  • Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz
  • Vielfalt und Gleichbehandlung
  • Menschenrechte
  • soziales Engagement

Governance:

  • Führungs- und Kontrollprozesse
  • Bekämpfung von Korruption und Bestechung

 

Warum ist die doppelte Wesentlich­keitsanalyse für die CSRD wichtig?

Die doppelte Wesentlichkeitsanalyse ist einer der ersten und wichtigsten Schritte auf dem Weg zum CSRD-Bericht. Sie entscheidet, welche Nachhaltigkeitsthemen für ein Unternehmen wirklich relevant sind und deshalb nach den ESRS berichtet werden müssen.

Wichtig ist dabei die doppelte Perspektive: Unternehmen betrachten nicht nur, wie sich Nachhaltigkeitsthemen finanziell auf ihr Geschäftsmodell auswirken. Sie bewerten auch, welche Auswirkungen ihre Geschäftstätigkeit auf Menschen, Umwelt und Gesellschaft hat. Genau daraus ergibt sich, welche Themen wesentlich sind.

Für die CSRD ist das entscheidend, weil der Nachhaltigkeitsbericht nicht einfach alle denkbaren ESG-Themen abdecken soll. Stattdessen soll er sich auf die Themen konzentrieren, die für das Unternehmen und seine Stakeholder tatsächlich relevant sind. Die doppelte Wesentlichkeitsanalyse schafft dafür die Grundlage: Sie hilft, Berichtsinhalte einzugrenzen, Prioritäten zu setzen und die Anforderungen der ESRS nachvollziehbar umzusetzen.

Gleichzeitig liefert sie wichtige Impulse über den Bericht hinaus. Unternehmen erkennen, wo Nachhaltigkeitsrisiken entstehen, welche Chancen sich ergeben und bei welchen Themen Handlungsbedarf besteht. Damit wird die doppelte Wesentlichkeitsanalyse nicht nur zur Pflichtübung für die CSRD, sondern zu einem strategischen Werkzeug für Nachhaltigkeitsmanagement, Risikosteuerung und Unternehmensentwicklung.

In 7 Schritten durch die doppelte Wesentlichkeitsanalyse

1. Verständnis für doppelte Wesentlichkeit schaffen

Bei der Analyse der doppelten Wesentlichkeit ermitteln Sie, wie sich Nachhaltigkeitsaspekte auf Ihr Unternehmen und wie sich dessen Tätigkeiten auf Umwelt und Gesellschaft auswirken. Die doppelte Wesentlichkeitsanalyse bildet den Start und die Basis für Ihre Nachhaltigkeitsberichte der kommenden Jahre. Ein qualitativ hochwertiger Prozess und ein fundiertes Ergebnis sind also ein Muss. Zudem werden künftig Wirtschaftsprüfer den Ablauf der Wesentlichkeitsanalyse sowie den fertigen CSRD-Bericht prüfen.

Es lohnt es sich daher, die Analyse in einem von Wirtschaftsprüfern anerkannten Tool zu durchlaufen. Die KI-gestützte Softwarelösung für die doppelte Wesentlichkeit von VERSO führt Sie Schritt für Schritt durch den Prozess; der Wirtschaftsprüfer kann direkt im Tool prüfen.

Zunächst ist es für Sie und Ihr Nachhaltigkeitsteam wichtig, sich mit dem Konzept der doppelten Wesentlichkeit tiefergehend auseinanderzusetzen. Hier einige Fragen, die in dieser ersten Phase hilfreich sind:

  • Sind wir mit dem Konzept der doppelten Wesentlichkeit vertraut? Haben alle im Team verstanden, welche Perspektiven (Finanzielle und Auswirkungs-Wesentlichkeit; Auswirkungen, Risiken und Chancen) beachtet werden müssen?
  • Wie sind die Rahmenbedingungen unseres Unternehmens, welche Themen könnten aufgrund des Umfelds, der Branche und Produkte von vornherein relevant sein?
  • Welche vor- und nachgelagerten Wirtschaftsaktivitäten von der Rohstoffgewinnung über den Verbrauch bis zur Entsorgung sind Bestandteil der Wertschöpfungskette?
  • Verstehen wir alle, wie der Prozess der doppelten Wesentlichkeitsanalyse aussehen sollte, was unser Ziel ist, wie wir vorgehen werden?
  • Was sind wichtige Stakeholder (z.B. Betroffene von Auswirkungen; Gruppen mit Informationsinteresse), mit denen wir zusammenarbeiten und an die wir uns wenden?
  • Haben wir das Managementteam mit an Bord geholt und ausreichend informiert? Können wir auf deren Commitment zählen?

KI-gestützte Wesentlichkeitsanalyse vom Pionier der Branche

Als Sustainability-Software-Pionier halten wir Ihnen auch beim CSRD-Reporting den Rücken frei: Sparen Sie mit der marktführenden Lösung Zeit, Geld und Nerven bei der Doppelten Wesentlichkeit.

2. Roadmap für die doppelte Wesentlichkeitsanalyse erstellen

Sind alle mit dem Thema vertraut und haben einen Überblick erhalten, dann geht es an die konkrete Planung der Analyse. In drei Themenbereichen sollten grundlegende Entscheidungen getroffen werden:

Verantwortlichkeiten: Klären Sie, wer aus Ihrem Team wofür verantwortlich ist. In der VERSO-Software können Sie diese Verantwortlichkeiten hinterlegen. So können Sie unterschiedlich tiefgreifende Rechte vergeben und jederzeit nachvollziehen, wer an welchen Themen arbeitet.

Zeit- und Ressourcenplan: Die Analyse der doppelten Wesentlichkeit braucht Zeit. Erstellen Sie einen Zeitplan und überlegen Sie, welche personellen und monetären Ressourcen Sie benötigen. Planen Sie so, dass Sie mit allen betroffenen Stakeholdern sprechen, das Management in den Prozess miteinbeziehen und am Ende auch die Ergebnisse gut abstimmen können. Denken Sie all das im Kontext des Nachhaltigkeitsberichts: Haben Sie bei der Berichterstellung die doppelte Wesentlichkeitsanalyse mitbedacht oder braucht es eine Anpassung des Projektplans?

Quellen und Stakeholdern: Überlegen Sie, durch welche Methoden und mit welchen Stakeholdern und Kolleg:innen Sie die Wesentlichkeitsanalyse durchführen wollen. Ansatzpunkte für mögliche relevante Themen geben Ihnen die ESRS und andere Rahmenwerke sowie Branchenstandards und Erkenntnisse aus dem Unternehmensumfeld.

Einblick in das KI-gestützte Modul zur Wesentlichkeitsanalyse von VERSO

Wir bei VERSO haben schon viele Kunden über den gesamten Prozess hinweg unterstützt – von der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse bis zum Reporting. Dazu gehört beispielsweise die Deutsche Automobil Treuhand GmbH (DAT), die auch die KI-gestützte VERSO-Software nutzt.

3. Identifikation der Auswirkungen, Risiken und Chancen (IROs)

Ein Nachhaltigkeitsaspekt der ESRS ist dann wesentlich und berichtspflichtig, wenn die dazugehörigen Auswirkungen, Risiken oder Chancen (Impacts, Risks and Opportunities – IROs) als wesentlich erachtet werden. Ein Beispiel: Ist die Verschmutzung des Abwassers durch verwendete Substanzen eine wesentliche Auswirkung, muss zu den Datenpunkten im dazu vorliegenden Standard E2 „Umweltverschmutzung” darüber berichtet werden.

Identifikation der Auswirkungen, Risiken und Chancen (IROs) in der VERSO Software

Aber wie kommen Sie nun zu den IROs?

Die IROs können sich aus unterschiedlichsten Quellen ergeben, wie beispielsweise durch Branchen- oder Unternehmensspezifika und Gesprächen mit verschiedenen Stakeholdergruppen. Hierbei ist ein Sparring mit den VERSO-Consultants hilfreich. Zusätzlich können Ihnen interne Daten aus Hinweisgebersystemen, Arbeitsschutzinformationen oder Diskriminierungsfällen Aufschlüsse zu relevanten ESG-Themen in Ihrem Unternehmen geben.

VERSO erleichtert Ihnen die Ermittlung der IROs: Basierend auf Ihren Angaben zu Unternehmenstätigkeiten, NACE-Codes, Standorten, Branchen etc. schlägt Ihnen unser KI-Modul mögliche wesentliche Themen vor. So starten Sie nicht mit einem leeren Blatt Papier. Sie können direkt mit einzelnen Auswirkungen beginnen und diese den jeweiligen Themen zuordnen.

Wer sich ein wenig im Thema auskennt, hat es bemerkt: Unser KI-gestütztes Modul für die Wesentlichkeitsanalyse verfolgt bei der IRO-Identifizierung den „Bottom-Up-Ansatz“. Hierbei ermitteln und bewerten Sie zuerst die IROs, sodass sich daraus am Ende die wesentlichen Themen der ESRS ergeben.

Sie könnten es auch andersherum machen – hier fallen nach unserer Erfahrung aber oft wichtige Themen durchs Raster.

Der Bottom-Up-Ansatz im Detail:

  • ​​Identifizieren Sie alle tatsächlichen und potenziellen Auswirkungen, die Ihr Unternehmen oder Ihre Wirtschaftsaktivitäten in der gesamten Wertschöpfungskette auf Stakeholder haben oder haben könnten (Impact Materiality bzw. Inside-Out-Perspektive).
  • Definieren Sie, welche finanziellen Chancen und Risiken sich aus Nachhaltigkeitsthemen für Ihr Unternehmen ergeben könnten (Financial Materiality bzw. Outside-In-Perspektive). Hierbei können Sie auf den Ergebnissen des Impact-Assessments aufbauen.
  • Schärfen Sie die IROs, damit sie so konkret wie möglich werden. Ihre gesammelten Auswirkungen haben Sie übersichtlich im VERSO-Modul aufgelistet. Für einen CSRD-konformen ESRS-Bericht müssen Sie auch die Informationen und Interessen Ihrer Stakeholder angeben. Sie müssen grob beschreiben, auf welche Ihrer wesentlichen IROs die Stakeholder Einfluss haben bzw. Auswirkungen erfahren. Auch hier spart Ihnen das Wesentlichkeitsmodul von VERSO bereits Zeit: Sie können bei der Angabe der wesentlichen Themen die betroffenen Stakeholder hinterlegen sowie diese Gruppen und ihre Auswirkungen auch näher beschreiben.

Lernen Sie unser Modul zur Wesentlichkeitsanalyse kennen

Sie möchten unsere KI-gestützte Softwarelösung für die Analyse der doppelten Wesentlichkeit ausprobieren? Dann vereinbaren Sie gleich eine Demo für den VERSO ESG Hub und wir beantworten Ihre Fragen!

4. Abstimmung und Schärfung der IROs mit dem Management

Nun ist es Zeit, die vorläufigen Ergebnisse mit dem Management Ihres Unternehmens abzustimmen. Die Führungsebene hat eine andere Sicht auf das Unternehmen und kennt auch andere Perspektiven, wie die von Investor:innen. Und schließlich sollte die doppelte Wesentlichkeitsanalyse vom ganzen Unternehmen mitgetragen werden und Basis für die Strategieentwicklung sein – dazu muss das Management an Bord sein.

Am besten stellen Sie die Ergebnisse direkt in unserer Software dem Management vor. Die Daten sind im Modul übersichtlich aufbereitet, lassen sich aber natürlich auch im gewünschten Format exportieren und in Präsentationen einbauen.

5. Festlegung der wesentlichen Themen

Um die IROs CSRD-konform als wesentlich einzustufen, müssen diese nach den Kriterien der ESRS bewertet werden. Unter anderem bewerten Sie die IROs nach

  • Ausmaß,
  • Umfang,
  • Unabänderlichkeit und
  • Eintrittswahrscheinlichkeit.

Aufgepasst: Je nach Art bzw. Kategorie der IROs (z.B. tatsächliche oder potenzielle Auswirkung) sind andere Bewertungsmaßstäbe heranzuziehen. In der VERSO-Software finden Sie diese Kategorien bereits hinterlegt. Sie können diese für Ihre IROs auswählen sowie Umfang, Ausmaß und Eintrittswahrscheinlichkeit mit wenigen Klicks bewerten. Auch geeignete Schwellenwerte sind bereits in der Softwarelösung hinterlegt. Sie helfen Ihnen dabei, die tatsächlich wesentlichen IROs für Ihren Nachhaltigkeitsbericht festzulegen. Die Software berechnet automatisch den Schweregrad des jeweiligen IROs. Am Ende sehen Sie auf einen Blick, welche IROs als wesentlich eingestuft werden.

Festlegung und Bewertung der wesentlichen IROs im VERSO Tool

Die identifizierten IROs ordnen Sie ganz bequem im Modul den ESRS-konformen Unterthemen zu. Daraus ergeben sich die für Ihren Bericht relevanten Themen. Die IROs, die zu keinem der vorgegebenen Themen passen, können Sie selbstverständlich trotzdem aufnehmen und eigenen Themen in der Software zuordnen.

Zur Überprüfung, ob sie auch alle Themen bewertet und zugeordnet haben, gibt es im VERSO Modul auch eine Vollständigkeitsprüfung. Sie sehen dort jene ESRS-Themen und Unterthemen, zu denen Sie keine IROs eingetragen haben. Wenn Ihnen ein solches Thema doch wesentlich erscheint, können Sie in den IROs nachschärfen. So rutscht Ihnen kein IRO durch. Themen, zu denen Sie keine wesentlichen IROs identifiziert haben, fallen aus der Berichtspflicht heraus.

Am Ende haben Sie alle Themen, die entweder aus finanzieller oder aus Auswirkungs-Perspektive als wesentlich bewertet wurden. Die Ergebnisse können Sie grafisch in einer Wesentlichkeitsmatrix oder auch in einer klassischen Tabelle darstellen. Laut CSRD ist eine grafische Darstellung der Wesentlichkeitsanalyse nicht verpflichtend. ​​​​​​​​

Und damit war es das erstmal mit der Analyse an sich: Mit unserer Software können Sie im letzten Schritt Ihre Angaben speichern und zur Bearbeitung sperren. Dann kann der Wirtschaftsprüfer direkt im Modul Ihre Analyse prüfen. Dieser letzte Schritt ist immens wichtig, damit Sie garantieren können, den Prozess der Wesentlichkeitsanalyse CSRD-konform durchgeführt und durch einen Wirtschaftsprüfer geprüft zu haben. Mit unserer Software haben Sie durch vorangegangene Prüfung von IDW Sustainability Auditors einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zusätzlich die Gewissheit, dass Sie Ihre doppelte Wesentlichkeitsanalyse ESRS-konform und prüfungssicher gemäß den Anforderungen des Instituts der Wirtschaftsprüfer durchführen.

Ist die Wesentlichkeitsanalyse abgeschlossen, werden die wesentlichen Themen, Standards und Datenpunkte ins Reporting-Modul des VERSO ESG Hub übertragen, damit Sie direkt mit der Berichterstattung weitermachen können.

6. Definition von Maßnahmen

Die doppelte Wesentlichkeitsanalyse steht nicht für sich selbst: Die wesentlichen IROs dienen Ihnen als Basis für Ihren Nachhaltigkeitsbericht. Dieser zeigt den Status quo und mit den Jahren auch die Entwicklung Ihres Unternehmens im Bereich Nachhaltigkeit an. Darüber hinaus ist die Wesentlichkeitsanalyse die Grundlage für Ihre Nachhaltigkeitsstrategie, in der Sie Ziele und Maßnahmen definieren. Übrigens: Für die Definition von Zielen und Maßnahmen liefern Ihnen die ESRS bereits wertvollen Input. Und wie Sie konkret an den CSRD-Bericht herantreten, lesen Sie im CSRD-Praxisleitfaden.

7. Dranbleiben, adaptieren, wiederholen

Ein abschließender Tipp von uns: Sehen Sie die doppelte Wesentlichkeitsanalyse nicht als einmaliges Projekt an, sondern als Analyse-Werkzeug, das Sie in Ihrer Nachhaltigkeitsarbeit begleiten wird. Bei signifikanten Änderungen im Unternehmen werden Sie die doppelte Wesentlichkeitsanalyse wiederholen müssen. Üblicherweise überarbeiten Sie einzelne Teile und passen die Analyse jährlich an. Damit bleiben die wesentlichen IROs aktuell und die Entwicklungen Ihres Unternehmens werden messbar.

KI-gestützte Wesentlichkeitsanalyse vom Pionier der Branche

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Doppelte Wesentlichkeitsanalyse: Beispiel aus der Praxis

Wie Unternehmen sich der doppelten Wesentlichkeitsanalyse in der Praxis nähern, zeigt das Beispiel der Deutschen Automobil Treuhand GmbH (DAT). DAT ist eine neutrale Dateninstanz der automobilen Wirtschaft und stellt Fahrzeugdaten, Technologien und Services für Werkstätten, Autohäuser, Versicherungen, Banken, Leasinggesellschaften und weitere Akteure der Automobilbranche bereit.

Schon vor der konkreten Vorbereitung auf die CSRD hat DAT Nachhaltigkeit im Unternehmen verankert: Das Unternehmen hat freiwillig einen Nachhaltigkeitsbericht nach DNK veröffentlicht, eine Klimabilanz erstellt und zentrale ESG-Daten im VERSO ESG Hub gesammelt. Diese Schritte zeigen, dass DAT Nachhaltigkeit frühzeitig systematisch angegangen ist. Für die CSRD-Berichterstattung reicht ein bestehender Nachhaltigkeitsbericht allein jedoch nicht aus. Entscheidend ist, nach den ESRS zunächst zu bestimmen, welche Nachhaltigkeitsthemen aus Sicht der doppelten Wesentlichkeit tatsächlich berichtspflichtig sind.

Genau hier setzt die doppelte Wesentlichkeitsanalyse an. DAT bereitet sich mit der KI-gestützten Lösung von VERSO auf die CSRD vor und ermittelt dabei strukturiert, welche Auswirkungen, Risiken und Chancen, kurz IROs, für das Unternehmen wesentlich sind. Die Analyse hilft dabei, den Fokus für die weitere Berichterstattung zu schärfen: Erst wenn klar ist, welche Themen wesentlich sind, lassen sich die passenden Datenpunkte, Verantwortlichkeiten und Maßnahmen sinnvoll ableiten.

Das Beispiel macht deutlich: Unternehmen starten nicht immer bei null. Viele haben bereits Nachhaltigkeitsberichte, Klimabilanzen oder ESG-Daten aufgebaut. Für die CSRD braucht es trotzdem eine saubere doppelte Wesentlichkeitsanalyse als methodische Grundlage. Sie zeigt, welche Themen wirklich relevant sind und verhindert, dass Unternehmen Daten sammeln oder Maßnahmen priorisieren, ohne vorher die wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen bestimmt zu haben.

Die KI-gestützte Wesentlichkeitsanalyse direkt kennen lernen

Die Analyse der doppelten Wesentlichkeit ist die Basis Ihres CSRD-Berichts. Wir erleichtern und beschleunigen diesen Prozess für Sie: Mit unserer KI-gestützten Softwarelösung für die doppelte Wesentlichkeitsanalyse können Sie sich sicher sein, dass Ihre Analyse CSRD-konform ist. Probieren Sie es selbst aus und buchen Sie eine Demo, bei der wir Ihnen alle Funktionen zeigen.

* Bei diesen Informationen handelt es sich um redaktionell zusammengefassten Content, der nicht als Rechtsberatung zu verstehen ist. VERSO übernimmt keine Haftung. 

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Holzwürfel, die ein Diagramm mit steigendem Pfeil abbilden: Richtig gemacht, können Nachhaltigkeitesberichte auch den Unternehmenserfolg pushen.
19.11.2024

Nachhaltigkeitsbericht – Was ist das und was muss ich wissen?

Die einen wollen intrinsisch motiviert das Thema ESG im Unternehmen verankern, andere müssen sich aufgrund der CSRD mit dem Thema Nachhaltigkeitsbericht beschäftigen oder wollen Wettbewerbsvorteile erzielen. Bei allen ist der Nachhaltigkeitsbericht der ständige Begleiter auf ihrer ESG-Reise. Hier finden Sie einen Überblick über die wichtigsten Begriffe und Anforderungen zur Berichterstellung.

Was ist ein Nachhaltigkeitsbericht?

Diese grundlegende Frage gilt es zuallererst zu klären. In ihrem Nachhaltigkeitsbericht machen Unternehmen Aussagen zu

  • Umweltaspekten,
  • sozialen Belangen und
  • Unternehmensführung (Governance).

Unternehmen geben im Nachhaltigkeitsbericht an, wie sich externe Einflüsse auf das Unternehmen auswirken und wie ihre Tätigkeit die Umwelt sowie die Gesellschaft beeinflusst. Der erste Bericht bildet meist den Status quo ab. Aber die Angaben sollen darüber hinaus gehen: Auch Strategien, Ziele und Maßnahmen, die zu mehr Nachhaltigkeit beitragen sollen, werden beschrieben.

Länge, Aufbau und Themenfokus von Nachhaltigkeitsberichten können sehr unterschiedlich sein. Das hängt vom Standard ab, den Sie wählen. Nach welcher Methode Sie berichten, ist grundsätzlich Ihnen überlassen. Es sei denn, Sie sind berichtspflichtig, beispielsweise durch die CSRD. Dann müssen Sie konkreten Vorgaben und oft auch bestimmten Standards (zum Beispiel den ESRS) folgen.

Nachhaltigkeit, ESG, CSR: Wo ist da der Unterschied?

Alle drei Begriffe meinen in Bezug auf den Bericht grundsätzlich dasselbe. Sie beschäftigen sich mit grundlegenden Fragen der Verantwortung von Unternehmen gegenüber Umwelt und Gesellschaft, heute und in Zukunft.

In den vergangenen Jahren wurde in Deutschland vor allem der Begriff CSR verwendet.

  • Corporate Social Responsibility beschreibt die Verantwortung von Unternehmen für ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft.
  • Der Begriff wurde aber in der Regel für alle drei Dimensionen der Nachhaltigkeit (Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) genutzt.
  • Es geht dabei mehr um eine qualitative Messung von Maßnahmen hinsichtlich Nachhaltigkeit, Unternehmenswerten und sozialem Engagement.

Mittlerweile hat sich zunehmend der Begriff ESG etabliert.

  • ESG steht für Environmental, Social und Governance.
  • Der Begriff stammt aus dem Finanzbereich und hat seinen Fokus verstärkt auf der Unternehmensbewertung unter Einbeziehung von Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführungsfaktoren.
  • Die Messung der Nachhaltigkeit folgt einem eher quantitativen Ansatz.

Der umfassende Begriff der Nachhaltigkeit wird im Grunde synonym für CSR und ESG genutzt. Auch für die Beschreibung des Berichts ist er durchaus treffend, deckt er doch die Nachhaltigkeit in allen Unternehmensbereichen ab. Mehr dazu auch in unserem Blogbeitrag „CSR, ESG, Nachhaltigkeit – Was ist der Unterschied?“

Wann muss ich den ersten Nachhaltigkeitsbericht erstellen?

Mit der neuen Berichtspflicht CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive) werden in Deutschland künftig etwa 15.000 Unternehmen einen Nachhaltigkeitsbericht veröffentlichen müssen. Kriterien dabei sind die Mitarbeiteranzahl, Umsatzerlöse und Bilanzsumme.

Obwohl der erste Bericht meist besonders viel Arbeit macht und oft noch wenige Aussagen zu Entwicklungen enthält, würden wir Ihnen trotzdem ganz unverblümt raten: Beginnen Sie jetzt!

In unserem Factsheet zur CSRD finden Sie schnell heraus, ob und wann Ihr Unternehmen berichtspflichtig ist und was Ihre nächsten Schritte sind.

Praxisleitfaden: Fit für den ersten CSRD-Bericht

Gerade der erste CSRD-Bericht ist eine große Herausforderung, denn die EU-Richtlinie bringt zahlreiche Vorgaben und Neuerungen mit sich. Unser Praxisleitfaden mit Checkliste erleichtert Ihnen den Einstieg und die Vorbereitung auf die CSRD und die ESRS.

Wie erstelle ich einen Nachhaltigkeitsbericht?

Der erste Nachhaltigkeitsbericht ist herausfordernd. Sie machen das vermutlich zum allerersten Mal und haben entsprechend wenig Erfahrung – hilfreiche Fortbildungen erhalten Sie beispielsweise in der VERSO Academy. Außerdem haben Sie oft keine Vergleichswerte, noch keine passenden Prozesse und Strukturen und müssen die richtige Reporting-Software finden – aus unserer Kundenerfahrung könnten wir die Liste der Herausforderungen beim ersten Bericht lange weiterführen.

Da können wir helfen: Mit dem VERSO ESG Hub können Sie ganz unkompliziert Ihren Nachhaltigkeitsbericht verfassen. Damit Sie wissen, wie das geht, haben wir einen praxisorientierten Leitfaden „In 7 Schritten zum CSR-Bericht“ erstellt. Sie werden Schritt für Schritt durch den Prozess zu einem aussagekräftigen Nachhaltigkeitsbericht geführt. Und für CSRD-Neulinge haben wir einen 10-Schritte-Guide für Ihren CSRD-Bericht erstellt. Und auch hinsichtlich Software können Sie bei der CSRD auf VERSO zählen: Mit der CSRD-Suite haben Sie dafür ein Rundum-Sorglos-Paket.

7 Schritte zum Nachhaltigkeitsbericht: 1. Vorbereitung 2. Geeigneten Standard wählen 3. Wesentliche Themen definieren 4. Daten und Informationen sammeln 5. SMARTe Ziele setzen 6. Bericht schreiben, gestalten und veröffentlichen 7. Nach dem Bericht ist vor dem Bericht

Ich bin neu in der Rolle als ESG-Verantwortliche:r…

Wie etabliere ich ein Nachhaltigkeitsmanagement im Unternehmen?

Wenn Sie sich gerade neu mit ESG beschäftigen, wird Ihnen das bekannt vorkommen: Sie haben viele Maßnahmen im Kopf, müssen sie aber in eine zielorientierte Nachhaltigkeitsstrategie integrieren. Sie machen sich Gedanken, welche Ziele realistisch und sinnvoll für Ihr Unternehmen sind. Sie benötigen auch noch Prozesse und Kennzahlen, um die Entwicklung zu kontrollieren.

Und über all dem stehen drei großen Fragen:

  1. Was bedeutet all das für mein Unternehmen?
  2. Wie gehe ich dieses Riesenthema an?
  3. Wie rechtfertige ich meine Bemühungen und die nötigen Ressourcen vor dem Management?

Hier helfen Ihnen zunächst einmal grundlegenden Blogbeiträge zum Thema Nachhaltigkeitsmanagement weiter. Sie erfahren mehr über Ihre Rolle und Aufgaben als Nachhaltigkeitsverantwortliche:r und erhalten Tipps zur überzeugenden Kommunikation mit dem Management, warum Nachhaltigkeit für Unternehmen wichtig ist.

 

CSRD, SFDR, EU-Taxonomie: Was ist das überhaupt und was ist da der Hintergrund?

Bei all den Verordnungen sind Ihnen bestimmt schon die Begriffe CSRD, SFDR, EU-Taxonomie und ESRS untergekommen. Sie alle sind Teil des European Green Deals und hängen zusammen. Die EU will mit den Verordnungen und Richtlinien Nachhaltigkeit stärker in der Wirtschaft verankern.

Zur Erfüllung der CSRD sind Unternehmen verpflichtet, nach den von der EU vorgegebenen Standards „ESRS“ zu berichten. Wie wende ich den Standard richtig an? Decken auch GRI oder DNK diese Vorgaben ab? Antworten darauf finden Sie in unserem ESRS-Whitepaper.

Die SFDR ist eine nachhaltigkeitsbezogene Offenlegungspflicht für den Finanzdienstleistungssektor. Wann Sie davon betroffen sind und was dabei zu tun ist, erklären wir im Factsheet zur SFDR.

Die EU-Taxonomie ist ein Klassifizierungssystem, das CSRD und SFDR anwenden. Sie definiert, wann eine Geschäftstätigkeit grün, nachhaltig oder umweltfreundlich ist, um Klarheit über Nachhaltigkeitsaussagen zu schaffen. Was diese Klassifizierung von Wirtschaftsaktivitäten für Ihr Unternehmen und Ihre Nachhaltigkeitsarbeit bedeutet, lesen Sie in unserem Whitepaper zur EU-Taxonomie.

 

Wie mache ich mein Unternehmen nachhaltiger?

Fangen Sie schon jetzt an zu handeln! Je mehr Sie in Ihrem Bericht von (umgesetzten) Maßnahmen erzählen können, umso aussagekräftiger wird Ihr Nachhaltigkeitsbericht. Hier ein paar Tipps für gute Nachhaltigkeitsmaßnahmen für Unternehmen.

Kommunizieren Sie von Anfang an Ihre Nachhaltigkeitsreise, zeigen Sie auch Ihren Handlungsbedarf. Das macht Ihre Ambitionen nachvollziehbar und glaubwürdig. Passen Sie aber auf, dass Sie in der Nachhaltigkeitskommunikation nicht in diese Greenwashing-Fallen tappen. Das schadet nicht nur Ihrer Reputation, sondern die EU macht hier jetzt auch konkrete Anti-Greenwashing-Vorschriften wie die Green Claims Directive

Wir helfen Ihnen bei Ihrem Nachhaltigkeitsbericht!

Die Erstellung eines Nachhaltigkeitsberichts ist vor allem beim ersten Mal eine große Herausforderung. Mit den richtigen Tools und einem umfangreichen Wissen können Sie aber viel Zeit und Kosten sparen. Für beides haben wir die passende Lösung für Sie. Mit unseren Weiterbildungen holen Sie sich neuen Input und werden zum Nachhaltigkeitsprofi. Und mit unserer ESG-Management-Software sammeln Sie schnell und übersichtlich alle relevanten Nachhaltigkeitsdaten.

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So finden Sie die richtigen Projekte zur CO2-Kompensation – ohne Greenwashing
16.10.2024

CO₂-Kompensation – so klappt es ohne Greenwashing

Wohin mit den unvermeidbaren Treibhausgasemissionen? In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie die CO₂-Kompensation angehen – mit wirksamen Projekten und ohne Greenwashing.

Ihre CO₂-Bilanz und Klimastrategie sind ausgearbeitet und Sie reduzieren bereits die ersten Treibhausgasemissionen. Doch da wird langsam absehbar: Trotz aller Bemühungen werden Ihnen gewisse Restemissionen übrigbleiben! Wohin mit den unvermeidbaren Emissionen? Wenn Sie auch vor dieser Frage stehen, sind Sie in diesem Artikel richtig. Denn klar, CO₂-Kompensation ist die naheliegende Lösung. Aber…

Achtung – CO₂-Ausgleich ist ein zweischneidiges Schwert

CO₂-Kompensation ist schon lange ein Streitthema. Durchaus zurecht, denn die Situation am Kohlenstoffmarkt ist tatsächlich nicht so rosig:

Der freiwillige Kohlenstoffmarkt (Voluntary Carbon Market) wird aktuell weder durch eine staatliche Aufsicht noch durch einen verbindlichen Rechtsrahmen reguliert. Statt rechtlich verbindlicher Kriterien zur Validierung von CO₂-Ausgleich gibt es nur eine Reihe privater Standards und Register mit unterschiedlichen Qualitätskriterien. Das macht die Marktstruktur undurchsichtig und führt zu großen Qualitätsunterschieden innerhalb der Klimaschutzprojekte, die den sogenannten CO₂-Gutschriften zugrunde liegen.

Ein Beispiel: Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat bereits mehrfach erfolgreich gegen die Kompensation durch Waldprojekte und Wiederaufforstung geklagt. Die Gründe: Die veranschlagte Waldfläche konnte die ausgestoßene CO₂-Menge gar nicht ausgleichen oder das Projekt lief nicht lang genug, um mit der Lebensdauer von CO₂ in der Atmosphäre mitzuhalten.

Damit stehen Sie vor zwei Problemen:

  1. Sie können sich bei der Qualitätssicherung nicht ausschließlich auf die Angaben von Standards und Registern verlassen
  2. Gleichzeitig wird von Ihrem Unternehmen ein wahrheitsgetreues Reporting erwartet, denn Greenwashing wird sanktioniert.

Eigentlich müssten Sie die zertifizierten Projekte nun nochmal selbst unter die Lupe nehmen. Sie können sich vorstellen: Das wird aufwendig.

Wie Sie effizient seriöse Projekte zur CO₂-Kompensation auswählen, haben wir Ihnen anhand von 6 Faktoren zusammengefasst.

Leitfaden zur Dekarbonisierungsstrategie

Bei der Umsetzung von Klimazielen, Übergangsplänen und CO₂-Bilanzen ist eine ganzheitliche Dekarbonisierungsstrategie bzw. Klimastrategie mehr als hilfreich. Mit diesem Leitfaden können Sie direkt loslegen!

6 Faktoren für die Auswahl seriöser Projekte für die CO₂-Kompensation

1. Impact

Die Projekte sollten messbare positive Auswirkungen auf die Umwelt haben, die nach Möglichkeit über die reine Reduktion von CO₂-Emissionen hinausgehen. Das umfasst den Schutz der Biodiversität, aber auch die Verbesserung von Luft- und Wasserqualität sowie die Wiederherstellung und den Erhalt von Ökosystemen (Co-Benefits).

Ein starker Umweltimpact bedeutet, dass das gewählte Projekt einen ganzheitlichen Beitrag zum Umweltschutz leistet.

2. Methodologie und Verifizierung

Die Projekte sollten auf anerkannten wissenschaftlichen Methoden sowie Standards basieren. Außerdem sollten sie regelmäßig durch unabhängige Dritte überprüft werden, um die Zuverlässigkeit der in Anspruch genommenen Emissionsminderungen sicherzustellen.

3. Dauerhaftigkeit und Monitoring

Es ist wichtig, dass Projekte über die gesamte Laufzeit hinweg überwacht werden, damit die Emissionen auch wirklich dauerhaft reduziert werden. Regelmäßiges Monitoring und Berichterstattung helfen dabei, Risiken frühzeitig zu erkennen und Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Das sichert die langfristige Wirkung des Projekts.

4. Zusätzlichkeit

Projekte gelten als zusätzlich, wenn sie ohne die erwarteten Einnahmen aus dem Erlös von Emissionszertifikaten nicht durchgeführt worden wären. Dies erfordert eine genauere Analyse und Bewertung des Ausgangsszenarios (Projekt-Baseline).

5. Doppelzählung

Beim Projekt Ihrer Wahl muss garantiert sein, dass die Emissionsreduktionen nicht mehrfach verkauft oder von verschiedenen Parteien beansprucht werden. Dies schützt die Integrität des Kohlenstoffmarkts.

6. Einbettung in die Klimastrategie

Die CO₂-Kompensation sollte wirklich nur dann eine Option darstellen, wenn Sie sämtliche Potenziale zur Emissionsminderung im Rahmen Ihrer Klimastrategie bereits ausgeschöpft haben. Ein seriöses Projekt sollte Teil einer umfassenden Klimastrategie sein und keinesfalls isoliert betrachtet werden. Dadurch wird gewährleistet, dass die Maßnahmen einen sinnvollen Beitrag zu Ihren Gesamtklimazielen leisten und nicht nur für „Greenwashing“ genutzt werden.

Was Sie sich aus diesem Artikel mitnehmen sollten

Wenn Sie Emissionen ausgleichen wollen, sollten Siealso auf keinen Fall das erstbeste Ausgleichsprojekt wählen. Wählen Sie mit unseren Tipps gezielt ein Projekt mit wirklichem Impact aus!

Und denken Sie daran:

Klimaneutralität gelingt nur mit enger Abstimmung zwischen CO₂-Bilanz, Dekarbonisierungsstrategie, Greenwashing-Awareness sowie seriösen Klima- und Umweltschutzprojekten zum Ausgleich Ihrer unvermeidbaren Restemissionen.

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Wie Sie sehen, ist die Auswahl der richtigen Projekte für Ihre CO₂-Kompensation gar nicht so einfach. Und wer weiß, vielleicht können Sie doch noch an der ein oder anderen Stelle Treibhausgasemissionen reduzieren? Wir schauen uns das gerne mit Ihnen an. Mit Klimaberatung und CO₂-Software begleiten wir Sie durch Ihre Dekarbonisierungsstrategie.

* Bei diesen Informationen handelt es sich um redaktionell zusammengefassten Content, der nicht als Rechtsberatung zu verstehen ist. VERSO übernimmt keine Haftung. 

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Die Geschichte des Nachhaltigkeitsberichts beginnt in den 1980er Jahren – damals gab es die ersten freiwilligen Umweltberichte. Seitdem hat sich enorm viel getan – bis hin zu einer Berichtspflicht.
20.08.2024

Die Geschichte des Nachhaltigkeitsberichts: So hat er sich entwickelt

Die Geschichte des Nachhaltigkeitsberichts beginnt in den 1980er Jahren – damals gab es die ersten freiwilligen Umweltberichte. Seitdem hat sich viel getan – bis hin zu einer Berichtspflicht. Lesen Sie, welche Meilensteine und Treiber den ESG-Bericht geprägt haben und wie sich die Berichte in Tiefe und Qualität entwickelt haben.

Geschichte des Nachhaltigkeitsberichts von 1980-2000: Die Ära der Umweltberichte

Die Geschichte des Nachhaltigkeitsberichts geht bis in die 1980er Jahre zurück. Für den Einstieg in diesen Blogartikel gehen wir aber noch etwas weiter zurück. Dadurch erkennen wir, warum das Thema Nachhaltigkeit und ESG plötzlich so populär wurde.

Wir beamen uns sozusagen an den Anfang der 1970er Jahre. Die Welt war geprägt von schnellem Wandel und tiefgreifenden gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen. Der Kalte Krieg dominierte die internationale Politik. Die Ölkrise machte den Menschen die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und deren Endlichkeit bewusst. Das wirtschaftliche Wachstum und die Industrialisierung hielten weiter an. Gleichzeitig verschlechterten sich jedoch die Umweltbedingungen beispielsweise durch verschmutzte Luft und Gewässer. 

Genau in dieser Zeit wurde ein Buch veröffentlicht, das weltweite Aufmerksamkeit erhielt. Titel: „Die Grenzen des Wachstums“. Herausgeber: der Club of Rome, eine Vereinigung von Wissenschaftlern, Ökonomen, Geschäftsleuten und ehemaligen Politikern. Dies war ein Wendepunkt. Der Club of Rome spielt eine zentrale Rolle dabei, dass die Themen Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit erstmals global wahrgenommen wurden.

Aber hier müssen wir direkt etwas bremsen: Es hat sich nicht gleich alles geändert. Erst nach und nach sind dem Bewusstwerden auch Taten gefolgt.

Es gab aber bereits die ersten Vorläufer des Nachhaltigkeitsberichts. In den 80er Jahren veröffentlichen Chemiekonzerne sogenannte Umweltberichte über ihre Aktivitäten im Umweltbereich. Diese waren freiwillig und dienten vor allem der Imageverbesserung, da die Branche starker Kritik ausgesetzt war. In den 90er Jahren folgten kleinere und mittlere Unternehmen (KMU), die sich für Umweltthemen engagierten.

Von der Ganzheitlichkeit heutiger Nachhaltigkeitsberichte waren die damaligen Berichte aber noch ein Jahrzehnt weit entfernt. Erst dann setzte sich die Berücksichtigung aller ESG-Aspekte durch – also von Umwelt, Sozialem und Unternehmensführung.

Bevor wir unsere Zeitreise fortsetzen, blicken wir auf ein paar Highlights aus den Jahren der Umweltberichte:

  • 1979: Die erste Weltklimakonferenz unter dem Dach der UN findet in Genf statt.
  • Ende 1980: Viele Chemiekonzerne veröffentlichen Umweltberichte.
  • Anfang 1990: Einige kleine und mittelständische Unternehmen ziehen nach und veröffentlichen ebenso Umweltberichte zu Marketing-Zwecken.
  • 1995: Mit der Einführung der EMAS werden vermehrt Umwelterklärungen erstellt (gleichzusetzen mit Umweltberichten).

Die Herausforderung des ersten Nachhaltigkeitsberichts

Der erste ESG-Bericht eines Unternehmens ist stets besonders aufwendig. Wir haben für Ihre ersten Nachhaltigkeitsbericht einen praxisorientierten Leitfaden erstellt. Sie werden Schritt für Schritt durch den Prozess zu einem aussagekräftigen Nachhaltigkeitsbericht geführt.

Geschichte des Nachhaltigkeitsberichts von 2000-2010: Großkonzerne berichten

Unsere Reise durch die Geschichte des Nachhaltigkeitsberichts geht mit der Jahrtausendwende weiter. Im Vergleich zu heute war die Aufmerksamkeit für das Thema Nachhaltigkeit und ESG überschaubar. Aber es gab wichtige Entwicklungen, die es in den nationalen und internationalen Fokus rückten.

Bereits 1997 wurde das Kyoto-Protokoll unterzeichnet, 2005 trat es in Kraft. Es war das erste internationale Abkommen, das verbindliche Ziele zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen festlegte. 2002 beschloss Deutschland, wie auch andere Staaten, eine „Nationale Nachhaltigkeitsstrategie“.

Zusätzlich zum öffentlichen Interesse gaben auch neue Technologien dem Thema Nachhaltigkeit Aufwind. Zur Jahrtausendwende stieg die Windkraft zur wichtigsten aller erneuerbaren Energien auf. Zehn Jahre später wurde sie von der Solarenergie an der Spitze abgelöst. Der gesamte Vormarsch aller erneuerbaren Energien war nicht zu stoppen.

Während das Thema Nachhaltigkeit an sich an Bedeutung gewann, wirkte sich dies noch nicht stark auf die ESG-Berichterstattung aus. Bis 2010 veröffentlichen hauptsächlich große Unternehmen einen freiwilligen Nachhaltigkeitsbericht – sie erkannten die steigende Aufmerksamkeit für das Thema.

Zwei Ereignisse sorgten hier jedoch für einen bedeutenden Impuls. Die Global Reporting Initiative (GRI) veröffentlichte ihre ersten Leitlinien. Sie gaben Unternehmen einen Rahmen, um über ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte zu berichten. Die Leitlinien wurden über die Jahre zu den GRI-Standards (ab 2016) weiterentwickelt. Außerdem kam das Thema Sustainable Finance auf. Dabei wurden spezielle Indizes mit Unternehmen erstellt, die nachhaltiger handeln.

Bevor die Geschichte der Nachhaltigkeitsberichte richtig an Fahrt aufnimmt, schauen wir noch auf die wichtigsten Meilensteine aus dieser Zeit:

  • 1999: Die GRI-Leitlinien werden veröffentlicht, zeitgleich gewinnt das Thema Sustainable Finance an Bedeutung. Die Ära der Umweltberichte ist damit vorbei und es fließen zunehmend soziale und ökonomische Aspekte in die Nachhaltigkeitsberichte ein.
  • 2000: Die Non-Profit-Organisation Carbon Disclosure Project (CDP) wird gegründet. Sie hat das Ziel, dass u.a. Unternehmen Umweltdaten wie Treibhausgasemissionen sowie Wasserverbrauch veröffentlichen, und verwaltet inzwischen die größte Datenbank dieser Art weltweit.
  • 2003: Mit der EU-Modernisierungs-Richtlinie tritt die erste gesetzliche Berichtspflicht in Europa in Kraft.

Geschichte des Nachhaltigkeitsberichts von 2014-2019: Boom an Rahmenwerken

Ab 2010 begann ein regelrechter Boom an Regularien zur ESG-Berichterstattung. Damit einhergehend wurden zahlreiche Berichtsstandards und Rahmenwerke entwickelt, die Unternehmen eine standardisierte Methode zur Offenlegung von Nachhaltigkeitsaspekten boten. Dies führte dazu, dass die Berichte einheitlicher und übersichtlicher wurden und die Transparenz stieg.

In den Standards war eine ganzheitliche Betrachtung von Nachhaltigkeit verankert. Typischerweise ging es im Umweltbereich um CO2-Emissionen, Energieverbrauch und Abfall. Soziale Aspekte waren etwa Arbeitsbedingungen, Menschenrechte und Gemeinwesen. Unter Governance fielen Themen wie Unternehmensführung und ethische Geschäftspraktiken. Unternehmen fingen an, ihre Nachhaltigkeitsziele und ihre Fortschritte klarer zu definieren und zu messen.

Viele Unternehmen erkannten, dass nachhaltige Praktiken nicht nur gut für das Image sind. Sie können auch wirtschaftliche Vorteile bringen, wie beispielsweise Kosteneinsparungen, Risikominderung und eine verbesserte Wettbewerbsposition. Welchen Business Value das Thema Nachhaltigkeit erzielen kann, lesen Sie im Blobeitrag „Warum ist Nachhaltigkeit für Unternehmen wichtig?“. 

Auch zum Abschluss dieses Jahrzehnts wollen wir auf ein paar Highlights schauen. Dieses Mal geht es um wichtige Frameworks und Regularien:

  • 2014: Die EU-Richtlinie zur nicht-finanziellen Berichterstattung NFRD (Vorgänger der CSRD) und ihr deutsches Umsetzungsgesetz CSR-RUG (folgte 2017) gelten. Damit werden große börsennotierte Unternehmen mit bestimmten Kriterien, wie etwa über 500 Mitarbeitende, berichtspflichtig.
  • 2016: Die Nachhaltigkeitsziele der UN, die 17 SDGs, treten in Kraft und sind seitdem ein beliebtes Rahmenwerk für Berichte.
  • 2017: Das TCFD-Framework wird veröffentlicht. Es stellt gerade für die Finanzbranche und kapitalmarktorientierte Unternehmen gute Empfehlungen für die Berichterstattung über Auswirkungen des Klimawandels dar.
  • 2018: Ein weiteres Framework: die SASB-Standards. Heute sind sie Teil des ISSB, das Standards zur globalen Vergleichbarkeit schafft.

Übrigens: Wenn Sie einen Überblick über Standards und Frameworks benötigen, schauen Sie sich unser Factsheet dazu an.

CSRD jenseits der Bürokratie: Potenziale und Chancen

Auch wenn die CSRD in erster Linie eine bürokratische Pflicht ist und viele Anforderungen mit sich bringt, verbergen sich in ihr auch wertvolle Chancen fürs Business. Welche das sind, lesen Sie in unserem Blogartikel.

Geschichte des Nachhaltigkeitsberichts von 2019-2024: Die EU und der Green Deal

Die Geschichte des Nachhaltigkeitsberichts kommt nun langsam zu seinem Ende. Allerdings nur in diesem Blogbeitrag. Auch in den kommenden Jahren wird sich in diesem Bereich sicherlich viel tun. Wir wollen aber nicht spekulieren, sondern uns hier lieber genauer anschauen, was seit 2019 passiert ist.

Die Ausgangslage: Es gab eine Berichtspflicht. Die betraf allerdings nur etwa 500 Unternehmen in Deutschland. Bei den Angaben hatten Unternehmen einige Freiheiten. Kritik gab es vor allem an der schlechten Vergleichbarkeit.

Der neue Ansatz: Die EU wollte mit ihrem Green Deal nicht nur die ESG-Berichterstattung optimieren und vereinheitlichen, sondern die ganze Nachhaltige Transformation der Wirtschaft vorantreiben. Das zentrale Ziel: Europa wird bis 2050 der erste klimaneutrale Kontinent.

Um dieses ehrgeizige Vorhaben umzusetzen, schnürte die EU ein umfangreiches Paket mit Richtlinien und Maßnahmen. Dazu gehörten beispielsweise die Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen – die CSRD – und die europäische Lieferkettenrichtlinie CSDDD. Im Zuge der CSRD-Berichtspflicht wurde sogar erstmals ein einheitliches europäisches Rahmenwerk, die ESRS, entwickelt, das den Unternehmen klare Vorgaben hinsichtlich des Inhalts und der Form macht.

Hier ein Überblick über wichtige Regularien der vergangenen Jahre:

  • 2019: Der Green Deal der EU wird beschlossen.
  • 2020: Die EU-Taxonomie gilt und definiert, welche wirtschaftlichen Aktivitäten als nachhaltig eingestuft werden können.
  • 2022: Die CSRD wird beschlossen und erhöht die Zahl der berichtspflichtigen Unternehmen ab 2024 nach und nach auf zirka 50.000 in Europa bzw. etwa 15.000 in Deutschland.
  • 2023: Das deutsche Lieferkettengesetz LkSG tritt in Kraft und verlangt von Unternehmen einen Bericht zur Nachhaltigkeit in ihrer Lieferkette.
  • 2024: Das europäische Lieferkettengesetz CSDDD wird beschlossen. Die Berichte sollen zusammen mit dem CSRD-Bericht erfolgen und die Nachhaltigkeitsberichte damit inhaltlich nochmal ausweiten.
Die Geschichte des Nachhaltigkeitsberichts – Zeitstrahl 1980-2000
Die Geschichte des Nachhaltigkeitsberichts – Zeitstrahl 2000-2010
Die Geschichte des Nachhaltigkeitsberichts – Zeitstrahl 2014-2019
Die Geschichte des Nachhaltigkeitsberichts – Zeitstrahl 2019-2024

    * Bei diesen Informationen handelt es sich um redaktionell zusammengefassten Content, der nicht als Rechtsberatung zu verstehen ist. VERSO übernimmt keine Haftung. 

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    ESG-Ziele müssen auch von Führungs- und Kontrollorganen (Unernehmensführung, Vorstand, Aufsichtsrat) mitgetragen und erfüllt werden. Sonst drohen durch CSRD, LkSG, CSDDD und Co. empfindliche Strafen.
    08.05.2024

    ESG-Regularien verpflichten Führungskräfte: Was Vorstand, Aufsichtsrat und Management jetzt tun sollten

    Wenn Unternehmen das Thema Nachhaltigkeit und ESG angehen wollen oder müssen, so ergibt das nur ganzheitlich Sinn. Ganzheitlich insofern, dass das gesamte Unternehmen dahinter stehen muss. Allen voran die Führungskräfte und Kontrollorgane. Wir erklären, welche To-dos für die oberste Führungsebene anstehen.

    Warum ist es wichtig, dass sich Führungskräfte mit ESG und Nachhaltigkeit tiefgehend auseinandersetzen? Zum einen, damit das Nachhaltigkeitsteam Rückendeckung und Ressourcen für die Umsetzung von wirksamen Maßnahmen hat. Aber auch die ESG-Regulatorik verlangt Entscheidungen und Transparenz zu Nachhaltigkeitsthemen von Vorständen, Aufsichtsrat und Geschäftsführung.

    Wir steigen nun tiefer ein in die Anforderungen, die mit der ESG-Regulatorik auf Führungskräfte zukommen. Hier geht’s direkt zu 5 konkreten Tipps für Compliance.

    Bei diesen Informationen handelt es sich um redaktionell zusammengefassten Content, der nicht als Rechtsberatung zu verstehen ist. VERSO übernimmt keine Haftung. 

    Forderungen, Pflichten und Auswirkungen der ESG-Gesetze

    Gleich mehrere ESG-Gesetze und Richtlinien nehmen Vorstände beim Thema Nachhaltigkeit in die Pflicht. Die Forderungen an die Vorstandsebene sind in allen Fällen ähnlich. Das bedeutet kurz gesagt: Egal, ob oder wann Ihr Unternehmen von welchem ESG-Gesetz betroffen ist, die Unternehmensführung muss sich jetzt mit ESG-Zielen auseinandersetzen.

    Hier finden Sie einen Überblick zu den einzelnen Vorgaben, die in den aktuell geltenden ESG-Gesetzen für Vorstände, Aufsichtsrat und Geschäftsführung relevant sind.

     

    Die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) mit den ESRS

    Zunächst gibt die CSRD mit ihren European Sustainability Reporting Standards (ESRS) bereits klare Pflichten an die Vorstandsebene hinsichtlich der Überprüfung des Nachhaltigkeitsberichts:

    • Überwachung des Berichterstattungsprozesses
    • Sicherstellung der Unabhängigkeit der Prüfer:innen
    • Weitergabe des Prüfungsergebnisses zum Bericht an das Aufsichtsgremium
    • Schaffung von Kapazitäten für neue Stellen im ESG-Team und den Aufbau eines Risikomanagements
    • Ermöglichung einer transparenten Datenerfassung
    • Freigabe von Berichten zur Übergabe an Prüfer:innen

    So viel zur Überprüfung des Berichts am Ende. Aber schon während des Berichtsprozesses ist der Vorstand gefragt – insbesondere in dem für alle Unternehmen verpflichtenden Standard ESRS 2. An diesen knüpfen alle strategischen Aspekte der Themenstandards an. Der Governance-Abschnitt dieses Standards richtet sich explizit an den Vorstand und die Unternehmensführung. Nachfolgend die To Dos, die sich daraus für die Führungseben ableiten:

    Aufbau von ESG-Knowhow:
    Nicht nur das ESG-Team muss mit den Nachhaltigkeitsthemen vertraut sein: Die CSRD schreibt vor (ESRS GOV-1), dass Sie erklären müssen, wer von den Führungskräften und Kontrollorganen für ESG-Themen und die Aufsicht des Berichtsverfahrens verantwortlich ist. Dabei wird auch der Status des Fachwissens dieser Personen hinsichtlich der Nachhaltigkeitsaspekte abgefragt.

    Integration von Nachhaltigkeit ins Vergütungsmodell:
    Die Unternehmensführung muss in ESRS GOV-3 offenlegen, ob es Anreizsysteme bei der Vergütung im Unternehmen gibt, wie diese aufgebaut sind und ob Nachhaltigkeitsleistungen darin integriert sind. Überlegen Sie sich also, wie Sie Ihre Vergütungspolitik anpassen können, um das langfristige Denken und Wirtschaften Ihrer Kolleg:innen zu incentivieren.

    Integration von ESG in Sorgfaltspflicht- und Risikomanagementprozesse:
    Beziehen Sie ESG bei allen Prozessen zu Sorgfaltspflicht, Unternehmensentscheidungen und Risikomanagement ein: Denn laut CSRD müssen Vorstände darlegen, wie sie sich selbst über ESG-Themen informieren (inkl. Liste mit Risiken, Auswirkungen und Chancen, mit denen sich die Führungsebene befasst hat). Außerdem müssen Sie berücksichtigen, wie Sie diese Nachhaltigkeitsaspekte bei strategischen Entscheidungen und bei den Prozessen der Sorgfaltspflicht und des Risikomanagements berücksichtigen.

    Kommen die Führungskräfte und Kontrollorgane ihren Pflichten nicht nach, sind nicht nur Reputationsschäden oder Nachreichungen die Folge: Mit der CSRD können auch Strafzahlungen verhängt werden.

    Die ESRS-Standards im Überblick

    Die EU führt mit der CSRD auch einheitliche europäische Standards ein. Die European Sustainability Reporting Standards (ESRS) sollen Nachhaltigkeitsberichte aussagekräftiger und vergleichbarer machen. Alle Infos gibt es im Whitepaper.

    Das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG)

    Vom deutschen Lieferkettengesetz sind derzeit Unternehmen ab 1.000 Mitarbeitenden betroffen. Unternehmen müssen nachweisen, dass in ihrer Lieferkette die Sorgfaltspflichten eingehalten werden. Hierfür ist ein umfassender Bericht an das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) abzugeben.

    Das LkSG hat direkte Auswirkungen auf die höchsten Unternehmensebenen. Denn es geht dabei um die Risikobewertung und die Risikominimierung in der Lieferkette eines Unternehmens. Entscheidungen für oder gegen Geschäftspartner, Lieferanten, Expansionen in andere Länder – das sind wichtige strategische Entscheidungen, die über die Aufgabengebiete des Einkaufs hinausgehen. Sie erfordern vielleicht noch nicht zu Beginn des Prozesses – z.B. bei der Risikoanalyse – den Einsatz der Vorstandseben. Später jedoch – z.B. bei den Maßnahmen zur Risikominimierung – sind die Geschäftsführung, Vorstand und Aufsichtsrat in jedem Fall gefragt. Die Risikominimierung trifft ja auch das Unternehmen als Ganzes und sichert dessen Zukunftsfähigkeit.

    Verstöße gegen das LkSG werden als Ordnungswidrigkeiten geahndet. Das bedeutet, dass Sanktionen nicht nur gegen Unternehmen, sondern auch gegen die handelnden Personen verhängt werden können. Als handelnde Personen im Unternehmen gilt die Geschäftsführung – sie kann damit zur Verantwortung gezogen werden. Zusätzlich muss auch der Aufsichtsrat mit seiner Kontroll- und Beratungsfunktion die LkSG-Compliance überwachen. Kommt er dem nicht ausreichend nach, ist auch der Aufsichtsrat haftbar.

    Die Folgen sind Geldbußen (je nach Verstoß und Schwere) von bis zu 100.000, bis zu 500.000 oder bis zu 800.000 Euro pro Verstoß. In besonderen Fällen kann auch eine schärfere Regelung, die umsatzbemessene Strafe, greifen.

    Praxisleitfaden LkSG Compliance

    Alles Wichtige zur Umsetzung des deutschen Lieferkettengesetzes: Diese Praxisanleitung umfasst alle wiederkehrenden Anforderungen des LkSG, wovon die Risikoanalyse einen großen Teil ausmacht.

    Die europäische Lieferkettenrichtlinie (CSDDD)

    Die Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD) ist das europäische Pendant zum deutschen Lieferkettengesetz. Aktuell ist vorgesehen, dass es sich auf deutsche Unternehmen nicht stärker auswirken wird, als es das deutsche LkSG bereits tut.

    Trotzdem finden sich auch hier Anforderungen, die die Vorstandsebene in die ESG-Pflicht nehmen: Unternehmen müssen demnach eine Strategie offenlegen, die mit dem 1,5°C-Ziel des Pariser Abkommens vereinbar ist. Diese ESG-Strategie sollte nicht nur auf dem Papier zu den Klimazielen beitragen. Es muss nachgewiesen werden, dass die variable Vergütung des Vorstands mitabhängig von den Bemühungen zur Umsetzung eines Klimaplans ist.

    Die Geschäftsführung wird in der Verordnung explizit verpflichtet, nicht nur im Interesse des Unternehmens zu handeln, sondern ebenso Nachhaltigkeitsaspekte zu berücksichtigen. Zusätzlich verpflichtet die CSDDD die Geschäftsführung zur Einrichtung und Kontrolle von Maßnahmen für die Erfüllung von Sorgfaltspflichten. Darüber muss die Geschäftsführung dann auch dem Vorstand berichten.

    Factsheet zum europäischen Lieferkettengesetz

    Das EU-Lieferkettengesetz (Corporate Sustainability Due Diligence Directive – CSDDD) soll der europäische Rahmen des deutschen Lieferkettengesetzes (LkSG) werden. In diesem Factsheet erfahren Sie, welche Unternehmen betroffen sind, was auf Sie zukommt und welche Unterschiede es zum deutschen Lieferkettengesetz (LkSG) gibt.

    Andere ESG-Pflichten

    Obwohl die EU kürzlich einige Gesetze speziell im Nachhaltigkeitsbereich verabschiedet hat, gibt es auch andere Gesetze und Selbstverpflichtungen, die ein ESG-Commitment von Vorständen und Führungskräften vorsehen. Nachfolgend finden Sie zwei konkrete Beispiele:

    • Aktionärsrechterichtlinie: Die Vergütungsstruktur des Vorstands von börsennotierten Gesellschaften muss laut der Richtlinie auf eine nachhaltige und langfristige Entwicklung der Gesellschaft ausgerichtet sein. Ziel ist es, dass der Aufsichtsrat bei der Festlegung der Gehälter auch soziale und ökologische Gesichtspunkte berücksichtigt.
    • Deutscher Corporate Governance Kodex: Der DCGK ist eine Selbstverpflichtung der Wirtschaft und gibt börsennotierten Gesellschaften Standards zur guten und verantwortungsvollen Unternehmensführung vor. Auch dort sind die Vergütungsstrukturen für Vorstände an ESG-Aspekten auszurichten.

    5 Maßnahmen für Vorstände zur Vorbereitung von ESG-Pflichten

    Sie wissen nun, dass Vorstand, Aufsichtsrat und Geschäftsführer allesamt Verantwortung für Nachhaltigkeit in Unternehmen übernehmen müssen. Es gibt viel zu tun – damit Sie vom Lesen ins Tun kommen, finden Sie hier eine Liste mit Maßnahmen und Themen, die die Führungsebene – unabhängig von welchem Gesetz das Unternehmen wann betroffen ist oder sein wird – umsetzen sollte.

    1. Machen Sie sich (und Ihr Team) startklar

    • Legen Sie fest, wer im Vorstand das Thema Nachhaltigkeit verantwortet und gründen Sie interne Gremien, um Nachhaltigkeitsaspekte und -anforderungen in Ihren Strategien zu berücksichtigen.
    • Legen Sie die Verantwortlichkeiten für die Umsetzung der ESG-Strategie und ESG-Ziele fest. Formen Sie ein ESG-Team. Statten Sie es mit dem notwendigen Wissen zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie und zur Berichterstattung aus.

    2. Führen Sie bei Ihrer Unternehmensstrategie ein ESG-Update durch

    • Integrieren Sie kurz- und langfristige ESG-Ziele in die Unternehmensstrategie. Dadurch verhindern Sie Zielkonflikte und geben dem Thema die nötige Bedeutung. Stellen Sie sicher, dass Nachhaltigkeit ein fester und zentraler Bestandteil in Ihrer Unternehmensstrategie ist. Sie werden von einem langfristigen Geschäftserfolg profitieren.
    • Evaluieren Sie, ob der Zweck, die Vision und die Werte des Unternehmens in Einklang mit Ihrer Nachhaltigkeitsstrategie stehen.
    • Diskutieren Sie im Team, die Vergütungsstrukturen (insbes. für die Führungskräfte und Kontrollorgane) an Nachhaltigkeitsaspekten auszurichten. Zum einen wird das von allen ESG-Regularien gefragt, zugleich zeigen Studien (Via Tomorrow), dass diese Praktiken bereits weit verbreitet und höchst effektiv sind.

    3. Behalten Sie Ihre ESG-Risiken im Blick

    • Schauen Sie sich um: Wie gehen andere Unternehmen oder Stakeholder mit ESG-Risiken um? Welche Nachhaltigkeitsmaßnahmen setzen sie um? Wo steht Ihr Unternehmen im Vergleich?
    • Führen Sie mit Ihrem ESG-Team eine Wesentlichkeitsanalyse durch. Damit identifizieren Sie Chancen, Auswirkung und Risiken Ihres Unternehmens in Bezug auf Nachhaltigkeit. Setzen Sie bei den dringendsten Risiken gleich die ersten Gegenmaßnahmen.
    • Identifizieren Sie Ihre Chancen und stellen Sie sich zukunftssicher auf. Aktualisieren Sie dazu Ihre ESG-Risiko- und Chancenbewertungen genauso wie andere Themen regelmäßig. Inkludieren Sie Nachhaltigkeitsaspekte in das reguläre Risikomanagement.

    4. Unterstützen Sie Ihr ESG-Team

    • Befähigen Sie das Team, die Prozesse für die Berichterstattung und Kontrollmechanismen aufzusetzen.
    • Gewinnen auch Sie einen groben Überblick über die Rahmenwerke, Methoden sowie die EU-Regulatorik. So können Sie fundierte Entscheidungen für die Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie treffen.

    5. Bleiben Sie am Ball

    • Etablieren Sie einen Prozess innerhalb der obersten Führungsebene, um die ESG-Themen regelmäßig neu zu bewerten und Ihre Strategie zu verbessern. Stimmen Sie sich regelmäßig im Vorstand und im Management zu ESG- und Nachhaltigkeitsthemen ab: ESG-Themen hängen mit den Finanzzahlen zusammen. Etablieren Sie einen regelmäßigen Austausch zwischen dem operativen ESG-Team und der Führungsebene.
    • Gutes Nachhaltigkeitsmanagement braucht viel Wissen. Nicht nur im ESG-Team. Denn wie eingangs erwähnt: Nachhaltigkeit ist ein Thema für das ganze Unternehmen. Stellen Sie daher sicher, dass alle Mitarbeitenden regelmäßig hinsichtlich der für sie relevanten ESG-Themen geschult sowie in die ESG-Prozesse und -Maßnahmen integriert werden. Denn Sie können nur etwas bewegen, wenn alle mitziehen. Und vergessen Sie nicht die oberste Ebene: Auch Geschäftsführung- und leitung, Vorstand und Aufsichtsrat benötigen aktuelles Nachhaltigkeitswissen – zur Einhaltung von Gesetzen, aber auch, um gute Unternehmensentscheidungen treffen zu können.

    Gehen Sie mit VERSO Ihren ESG-Pflichten nach

    Gerade in der Anfangsphase ist es nicht leicht, ins Handeln zu kommen – zu viele offene Fragen, wenig Effizienz in den Prozessen, kaum Erfahrung mit Nachhaltigkeit im Team. Was sind sinnvolle Maßnahmen? Wie genau muss eine Nachhaltigkeitsstrategie aussehen? Wie gehen wir die Wesentlichkeitsanalyse effizient an? Vertrauen Sie uns, wir machen das schon lange – genauer gesagt seit mehr als 10 Jahren.

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    Greenwashing-Fallen
    09.10.2023

    Die fünf größten Greenwashing-Fallen und wie man sie vermeidet

    100% nachhaltig, klimaneutral oder Bio-Plastik – was auf einem Produkt steht, muss nicht immer stimmen. Es gibt unzählige Greenwashing-Beispiele, von denen wir alle schon gehört haben. Oft passiert Greenwashing unbewusst. Die Liste an Stolpersteinen ist lang. Welche das sind und wie Sie diese vermeiden – das erfahren Sie in diesem Artikel über die fünf häufigsten Fallen.

    1. Unübersichtliche Datenlage und undurchsichtige Nachhaltigkeitsberichte

    Daten sind die Grundlage für einen aussagekräftigen Nachhaltigkeitsbericht. Damit können Sie Ihre Nachhaltigkeitsambitionen dokumentieren und unterstreichen. Wichtig dabei: Sie müssen genau, vollständig und prüfungssicher sein. Denn: Im Rahmen der CSRD müssen Nachhaltigkeitsberichte von einem externen Gutachter geprüft werden.

    Am besten pflegen Sie Ihre Daten übersichtlich in einem spezialisierten Tool, wir haben dafür extra den VERSO ESG Hub entwickelt. Dadurch fällt es Ihnen leichter,

    • die Daten auf Richtigkeit zu prüfen,
    • die Kennzahlen richtig zu interpretieren,
    • den tatsächlichen Status quo schnell zu erkennen und
    • die Entwicklung Ihres Unternehmens zu überblicken.

    So sind Sie vorbereitet auf eine aktive Kommunikation frei von Greenwashing und können kritische Fragen souverän und datenbasiert beantworten.

    Wie erstelle ich einen Nachhaltigkeitsbericht?

    Einen aussagekräftigen Nachhaltigkeitsbericht zu erstellen, kann eine ganz schöne Herausforderung sein. Leichter geht es mit unserem praxisorientierten Playbook „In 7 Schritten zum Nachhaltigkeitsbericht“.

    2. Scope 1, 2, 3 – alle mit dabei?

    Wenn Sie eine Klimabilanz erstellen, ist es bereits eine große Herausforderung, alle relevanten Daten im eigenen Unternehmen zusammenzubekommen. Noch anstrengender wird es aber teilweise, wenn Sie für den CO2-Fußbadruck die Klima-Daten von anderen Unternehmen benötigen. Denn: Nicht nur die Emissionen, die ein Unternehmen selbst ausstößt, müssen berücksichtigt werden, sondern auch die in der Wertschöpfungskette!

    Viele Unternehmen erheben bei ihrer ersten Klimabilanz “nur” die Emissionen in Scope 1 und 2. Darunter fallen beispielsweise direkte Emissionen durch fossile Brennstoffe wie Gas und Heizöl oder den eigenen Fuhrpark (Scope 1) sowie indirekte Emissionen aus der Erzeugung von eingekauftem Strom, Dampf, Wärme und Kühlung (Scope 2). Um eine Aussage über Ihren tatsächlichen Treibhausgasausstoß zu machen, benötigen Sie aber auch die Angaben aus Scope 3. Diese umfassen alle vor- und nachgelagerten Emissionen entlang der Wertschöpfungskette Ihres Unternehmens (eingekaufte Waren oder Rohstoffe, Dienstreisen und Transporte).

     

    Wussten Sie, dass der größte Teil der CO2-Emissionen aus Scope 3 stammt?

    Scope 3 zu erfassen, ist um einiges mühsamer als nur Scope 1 und 2, denn Sie brauchen zahlreiche Daten von anderen Unternehmen. Dennoch sollten Sie so bald wie möglich auch diesen Bereich in Ihre Berichterstattung mit aufnehmen. Hier hilft es, in den Dialog mit Stakeholdern zu gehen und sich digitale Hilfe zu holen. Mit dem VERSO Supply Chain Hub erhalten Sie einen Überblick über die Emissionen in Ihrer Lieferkette. So bannen Sie die Gefahr, durch fehlende Daten Falschaussagen hinsichtlich Ihrer Nachhaltigkeit zu tätigen.

    Wie errechne ich eine vollständige CO2-Bilanz?

    Nicht nur die Erstellung eines Nachhaltigkeitsberichts, sondern allein die CO2-Bilanz eines Unternehmens sind für Nachhaltigkeitsmanager:innen eine wichtige Aufgabe. Mit unserer Climate Software erfassen Sie rasch und übersichtlich Scope 1, 2 und 3 für Ihre Berichterstattung!

    3. Übertreiben Sie nicht, bleiben Sie bei den Fakten!

    Ein unbedachtes Wort ist schnell ausgesprochen, man hat die Daten nicht mehr ganz genau im Kopf oder fügt in aller Euphorie Superlative und übertriebene Aussagen hinzu. Viele Greenwashing-Vorwürfe haben ihren Ursprung in Marketingaktivitäten, die das Unternehmen in einem allzu guten Licht darstellen. Seien Sie vorsichtig, was Sie nach außen tragen!

    Vier Tipps, wie Sie glaubwürdige und korrekte Inhalte kreieren:

    Kommunikationstipps: Keine Silos, "Wir sind auf dem Weg", Präzise Aussagen, Interne Expertinnen

    4. Wer sich die Rosinen herauspickt, wirkt unglaubwürdig

    Gerade weil es so viele Beispiele für Greenwashing gibt, prüfen Stakeholder immer genauer die Aussagen zur Nachhaltigkeit eines Unternehmens. Damit Stakeholder die Kommunikation rund um das Thema für glaubhaft und wirksam einstufen, müssen Unternehmen transparent kommunizieren. Vom sogenannten „Cherry Picking“ (zu deutsch: Rosinen picken), also dem Kommunizieren von wenigen positiven Ergebnissen oder Aktivitäten, raten wir Ihnen ab! Schnell wird eine kleine positive Initiative unnatürlich groß aufgebläht. Ganzheitlichkeit ist hier das Stichwort: Sprechen Sie auch über den Handlungsbedarf, den Ihre Organisation noch hat, teilen Sie Ihre Ambitionen und Ziele, kommunizieren Sie Herausforderungen, die Sie als Unternehmen noch zu meistern haben.

    Damit zeigen Sie, dass Ihr Unternehmen Nachhaltigkeit nicht als einmaliges Projekt behandelt, sondern ernsthafte und ganzheitlich wirksame Veränderungen anstrebt.

    5. Aktivitäten fehlt der Bezug zum Unternehmen oder Produkt

    Aktivitäten, über die Sie kommunizieren, müssen zu Ihrem Unternehmen, den Produkten und der Unternehmensgröße passen. Der Kauf eines ersten E-Autos bei insgesamt 500 Diesel-Fahrzeugen im Fuhrpark wird eher Kritik als Beifall einbringen.

    Passen Ihre Aktivitäten aber in den Unternehmenskontext, wird die Ernsthaftigkeit Ihrer Ambitionen nachvollziehbar für externe Stakeholder. Und: Ihre Mitarbeitenden identifizieren sich auch damit und sind für ein Engagement zu begeistern.

    Hier ist eine Wesentlichkeitsanalyse hilfreich: Damit identifizieren Sie die Themenfelder, in denen das Unternehmen hohe negative oder positive Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft hat oder die aus finanzieller Sicht relevant sein könnten. Mit den Erkenntnissen daraus können dann die Themen angegangen werden, die wirklich etwas bewegen.

    CSRD: Neue Vorgaben für Nachhaltigkeitsberichte

    Im Rahmen des Green Deal treibt die EU zahlreiche Maßnahmen für die Nachhaltige Transformation voran – u.a. auch die CSRD. Alle Einzelheiten erhalten Sie in unserem Factsheet.

    Tipps für Greenwashing-Phrasen, die Sie vermeiden sollten:

    Es gibt gewisse Phrasen, da weiß man schon beim Lesen: Hier steckt nichts oder nur wenig dahinter. Die EU-Kommission und der Europäische Rat führen in ihrem Vorschlag zur Green Claims Richtlinie einige solcher Ausdrücke auf. Hier eine daraus zusammengefasste Liste mit Greenwashing-Phrasen, auf die Sie in Ihrer Kommunikation verzichten sollten:

    Greenwashing-Phrasen: CO2-neutral, umweltfreundlich, grün, ökologisch

    Angst vor Greenwashing? Bitte kein „grünes Schweigen“!

    Angst vor Greenwashing sollten Sie jetzt nicht mehr haben. Was wir beobachten: Weil Unternehmen sehen, wie leicht Nachhaltigkeitskommunikation zu Greenwashing werden kann und wie sehr das dem Unternehmen schaden kann, sprechen sie erst gar nicht über ihre Aktivitäten. Ein Domino-Effekt: Wenn kein Unternehmen über Nachhaltigkeit kommuniziert, denkt jeder, dass die anderen nichts machen, und unternimmt deswegen selbst weniger, als er eigentlich könnte. Diese Schweigespirale verlangsamt die Nachhaltige Transformation von Unternehmen und damit der gesamten Wirtschaft.

    Mit diesem Überblick wollen wir das Gegenteil erreichen: Wir hoffen, Sie damit ermutigt zu haben, transparent und wirksam über Ihre Nachhaltigkeitsstrategie und -aktivitäten zu kommunizieren.

    Greenwashing vermeiden? VERSO unterstützt Sie!

    Wenn Sie bei der Kommunikation und Erstellung Ihres Nachhaltigkeitsberichts Unterstützung brauchen, helfen wir Ihnen gerne: Mit unserer ESG-Software sammeln Sie alle relevanten Daten und berichten CSRD-konform. Außerdem stehen wir Ihnen beratend auf Ihrer Reise zur Nachhaltigen Transformation zur Seite. In der VERSO Academy können Sie sich zusätzlich zu CSR-Spezialist:innen weiterbilden.

    * Bei diesen Informationen handelt es sich um redaktionell zusammengefassten Content, der nicht als Rechtsberatung zu verstehen ist. VERSO übernimmt keine Haftung. 

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