Bild von den 17 Sustainable Development Goals (SDG): No poverty, Zero hunger, Good health and well-being, Quality education, Gender equality, Clean water and sanitation, Affordable and clean energy, Decent work and economic growth, Industry Innovation and Infrastructure, Reduced inequalities, Sustainable cities and communities, Responsible consumption and production, Climate action, Life below water, Life on land, Peace Justice and Strong institutions, Partnerships for the goals
09.06.2026

Sustainable Development Goals (SDG): Was die Nachhaltigkeitsziele für Unternehmen bedeuten

In diesem Überblick erfahren Sie alles was Sie wissen müssen, um die Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals – SDG) für Ihr Unternehmen einzuordnen.

Nachhaltigkeit: Licence to Operate

Kunden, Mitarbeiter und andere Interessengruppen fragen nach gesellschaftlichen, sozialen und ökologischen Auswirkungen Ihrer Geschäftstätigkeit. Es ist zunehmend klar, dass Nachhaltigkeit im Unternehmen zur „Licence to Operate“ wird. Das ESG-Management soll also strategisch(er) oder sogar erstmals angegangen werden. Wie die Sustainable Development Goals, also die SDGs, Ihnen dabei helfen können, erfahren Sie im Artikel.

Wenn heute über die Umsetzung von Nachhaltigkeit in den Unternehmen gesprochen wird, sind die Sustainable Development Goals (SDG) der Vereinten Nationen fester Bestandteil der Agenda. Das Rahmenwerk hilft, ESG-Management strategisch im Unternehmen zu gestalten. Allerdings ist am Anfang oft unklar, wie sich die SDGs nun konkret operationalisieren und in die Nachhaltigkeitsstrategie der Unternehmen einbinden lassen.

In unserem Überblicksartikel erfahren Sie alles was Sie wissen müssen, um die Entwicklungsziele (SDGs) für Unternehmen erstmalig einordnen zu können. Den Ursprung der SDGs stellen wir ebenso vor, wie die Rolle von Unternehmen. Vor allem geben wir Ihnen jedoch Antworten auf die Frage: Wie können Sie mit ihrem Unternehmen ein proaktiver Teil der nachhaltigen Entwicklung werden? Aber lassen Sie uns von vorne beginnen.

Die Geschichte der SDGs: vom Brundtland-Report zur Agenda 2030

Die Diskussion um eine nachhaltigen Entwicklung von Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt, die mit der Veröffentlichung des so genannten Brundtland-Reports „Our Common Future“ im Jahr 1987 die breitere Öffentlichkeit erreicht hat (World Commission on Environment and Development), ist in der heutigen Zeit ungebrochen aktuell. In mehreren Entwicklungsschritten haben die globalen Zielsetzungen dieser Diskussion Eingang in die von den Vereinten Nationen veröffentlichten Sustainable Development Goals (SDG) gefunden.

Sustainable Development Goals heute: aktueller Stand der SDGs und das Verhältnis zur CSRD

Seit der Verabschiedung 2015 sind die SDGs zehn Jahre alt, und die Halbzeitbilanz fällt schwach aus. Laut dem Sustainable Development Report 2025 und dem UN-Fortschrittsbericht 2025 ist global keines der 17 Ziele auf Kurs, bis 2030 erreicht zu werden. Weniger als ein Fünftel der Zielvorgaben liegt im Plan. Fortschritte gibt es vor allem bei Basisthemen wie Gesundheit und Stromzugang, die strukturell schwierigen Ziele hängen zurück.

Für Unternehmen hat sich die Rolle der SDGs in dieser Zeit verschoben. Sie sind heute vor allem ein verständlicher, kommunizierbarer Rahmen: 17 Ziele, eingängige Icons, weltweit anerkannt. Das macht sie nützlich, um die eigene Nachhaltigkeitsarbeit einzuordnen und zu erzählen, in Berichten, auf der Website oder in der Strategie. Diesen Bezug sieht man nach wie vor häufig.

Die eigentliche Steuerung läuft inzwischen über andere Instrumente. CSRD und ESRS, dazu die Lieferkettengesetze von LkSG über CSDDD bis EUDR und CBAM, geben heute den Takt vor. Diese Anforderungen sind verbindlich, die Sustainable Development Goals sind es nicht. Ein SDG-Bezug allein ist deshalb längst kein Vorreiter-Merkmal mehr. Er ist weitgehend Standard geworden, und ohne belastbare Daten dahinter rückt er schnell in die Nähe von Greenwashing.

Die SDGs nach 2030: Wie geht es mit den Nachhaltigkeitszielen der UN weiter?

Die Agenda 2030 läuft, wie der Name sagt, 2030 aus. Damit stellt sich die Frage, was danach kommt, und die Diskussion darüber hat bereits begonnen. Beim SDG-Gipfel im September 2027 startet die offizielle Verhandlung über das Rahmenwerk ab 2031, vorbereitet unter anderem durch den 2024 verabschiedeten Pact for the Future.

Ein kompletter Bruch ist nicht zu erwarten. Die meisten Staaten halten an den Sustainable Development Goals fest. Neu hinzukommen dürften eher zusätzliche Schwerpunkte wie digitale Kooperation, der Umgang mit Künstlicher Intelligenz und Daten oder die Gerechtigkeit zwischen den Generationen. Die SDGs werden also eher geschärft als abgelöst.

Für Unternehmen ändert das wenig an der eigentlichen Aufgabe. Wer jetzt eine saubere Datenbasis und klare Verantwortlichkeiten aufbaut, ist auch für ein angepasstes Rahmenwerk ab 2031 gut aufgestellt. Der Aufwand zahlt sich über robuste ESG-Daten aus, nicht über das SDG-Logo im Bericht.

SDGs und Unternehmen: welche Rolle die Wirtschaft spielt

Dabei wird auch ein Rahmenwerk aufgespannt, dass die Unternehmen als wichtige Akteure der nachhaltigen Entwicklung definiert und ihnen Hilfestellungen bei der Umsetzung von Maßnahmen auf der regionalen und betrieblichen Ebene anbietet. Die SDGs betonen die Notwendigkeit der aktiven Beteiligung privater Unternehmen und appellieren an deren Kreativität und Innovation, um Werte für das Gemeinwohl zu schaffen. Dazu gehört zum Beispiel die Verringerung der Armut, die Ausmerzung des Hungers und den Schutz der biologischen Vielfalt.

Die Agenda 2030 der Vereinten Nationen und ihre 17 nachhaltigen Entwicklungsziele stellen die Unternehmen vor die neue Herausforderung, ihre Operationen und Strategien auf die Anforderungen der SDGs abzustimmen.

Bild von den 17 Sustainable Development Goals (SDG): No poverty, Zero hunger, Good health and well-being, Quality education, Gender equality, Clean water and sanitation, Affordable and clean energy, Decent work and economic growth, Industry Innovation and Infrastructure, Reduced inequalities, Sustainable cities and communities, Responsible consumption and production, Climate action, Life below water, Life on land, Peace Justice and Strong institutions, Partnerships for the goals

Sustainable Development Goals (SDGs) im Unternehmen angehen

Was brauchen Sie nun konkret, um sich den Sustainable Development Goals und Nachhaltigkeit im Allgemeinen sinnvoll zu widmen? Maßgeblich sind erst einmal zwei Basispfeiler:

  1. Eine organisatorische und inhaltliche Verantwortung bei einer oder einem ESG-/Nachhaltigkeitsbeauftragten.
  2. Ein Ort zur Bündelung aller nachhaltigkeitsrelevanter Daten.

Ohne diese beiden Grundvoraussetzungen ist es quasi nicht möglich sich als Organisation dem Thema weiter zu nähern.

Doch auch mit klarer inhaltlicher Verantwortung und Datenbündelung ist es, je nach Unternehmensgröße, Branche und Interessengruppen, eine nicht zu unterschätzende und sehr individuell zu gestaltende Aufgabe, die Sustainable Development Goals strategisch anzugehen.

Beratungsunternehmen aus dem Bereich der Nachhaltigkeit und des Nachhaltigkeitsreportings, wie auch wir bei VERSO, stehen Unternehmen und ESG-Manager:innen deshalb bei der Umsetzung mit Rat und Tat zur Seite.

Sustainable Development Goals (SDGs) mit GRI und UN Global Compact umsetzen

Um die Implementierung der SDGs und der Unterziele in die Lieferketten der Unternehmen zu erreichen, stehen verschiedene international anerkannte Richtlinien zur Verfügung. Zwei davon:

  1. die Global Reporting Initiative (GRI)
  2. der UN Global Compact

Beide Richtlinien schlagen Indikatoren und Kennzahlen zur Messung der Nachhaltigkeitsleistung von Unternehmen für die einzelnen UN Sustainable Development Goals vor. Eine Annäherung an die Umsetzung der globalen Entwicklungsziele können Unternehmen also über den Umweg der Implementierung der GRI-Indikatorik erreichen.

Wie ernst nehmen Unternehmen die SDGs wirklich?

Einige Unternehmen integrieren die SDGs bereits tief in ihre Nachhaltigkeitsstrategie und hinterlegen sie mit konkreten Indikatoren und Daten. Bei vielen anderen bleibt der Bezug oberflächlich. Das Engagement steht meist mit dem Engagement für andere nachhaltigkeitsbezogene Themen sowie mit der Unternehmensgröße und dem Nachhaltigkeitsniveau des jeweiligen Unternehmens in Zusammenhang.

Man kann daraus schließen, dass das Engagement für die Sustainable Development Goals einerseits aus regulatorischen Gründen erfolgt, es werden schlicht bestehende Gesetze befolgt. Andererseits liegen häufig institutionelle Gründe für ein Engagement vor. Die qualitative Prüfung der einzelnen Nachhaltigkeitsberichte zeigt, dass die Beteiligung der Unternehmen weitgehend symbolisch erfolgt und noch nicht substanziell ist. Dies legt den Schluss nahe, dass viele Unternehmen die SDGs – ähnlich wie den Global Compact – als ein Schema mit unverbindlichen Auswirkungen betrachten.

Fazit: Warum die Sustainable Development Goals ein gutes Werkzeug bleiben

Bei aller Verschiebung hin zu CSRD und Co.: Die SDGs haben ihren Wert nicht verloren. Sie geben der Nachhaltigkeitsarbeit einen anschaulichen Rahmen, helfen beim Priorisieren und schaffen eine gemeinsame Sprache, mit der sich Engagement nach innen und außen erklären lässt. Genau dafür sind sie nach wie vor gut.

Was sie nicht leisten, ist die verbindliche Steuerung. Dafür braucht es belastbare Daten, klare Verantwortlichkeiten und die passenden Berichtsstandards. Wer beides verbindet, die Sustainble Development Goals als Orientierung und solide ESG-Daten als Grundlage, macht aus Nachhaltigkeit mehr als eine Pflichtübung. Und ist für das vorbereitet, was nach 2030 kommt.

We guide you through sustainability

Der Aufbau einer Nachhaltigkeitsstrategie ist mit Arbeit verbunden. VERSO begleitet Sie ganzheitlich auf diesem Weg. Seit 2010.

* Bei diesen Informationen handelt es sich um redaktionell zusammengefassten Content, der nicht als Rechtsberatung zu verstehen ist. VERSO übernimmt keine Haftung. 

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